Das Spuckkind – das Baby der besonderen Art

Das Prinzchen auf dem Fuchs
MisterWin auf dem Fuchs

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Spuckkind. Folgenden Text finden Sie nicht auf Wikipedia, er könnte hier aber stehen. Das Spuckkind ist ein Baby der besonderen Art. Es hat den fiesen Plan, alle nur erdenklichen Textilien von der Babydecke bis hin zum Sofakissen in den käsigen Geruch vergorener Muttermilch zu hüllen. Jaaa, alles soll nach Milchkotze riechen! Ob das Baby einfach nur den Geruch mag oder ob es gar sein Territorium damit markieren möchte, ist noch unerforscht.

Das modische Spuckkind

Sie mögen sich gefreut haben, genug Babyoberteile für Ihren Spross angeschafft haben. Aber genug ist für ein Spuckkind nicht genug. Niemals. Denn ein frisch angezogenes Oberteil ist für ein Spuckkind wie für einen kreativen Künstler die weiße Leinwand. Die sofort befüllt bzw. in diesem Fall bespuckt werden muss, is klar. Und so wird die Garderobe von dem Baby von Welt drei- bis viermal täglich gewechselt. Aber auch die elterliche Kleidung bleibt nicht verschont. Ob Hemd, Pulli, Bluse, Kleid – alles wird augenblicklich mit einem Klecks Milchspuck versehen. Das modische Detail, das den Spuckkindeltern noch gefehlt hat. Oder hatten Sie vielleicht einfach noch kein babygerechtes Parfum aufgetragen? Wer weiß schon, was in dem kreativen Köpfchen Ihres Spuckkindes vorgeht.

Die verschiedenen Disziplinen des Spuckens

Das Spuckkind ist nicht nur ein besonders modisches Babyexemplar, nein es ist auch sehr sportlich. Damit die kleine Babykäserei seinen Tagesplan erfüllen kann (Sie erinnern sich: ALLES soll noch Kotze riechen), gibt es verschiedene Spuckarten.

Der Bauernspuck: Diese harmlose Spuckattake findet genau dann statt, wenn man sich darauf einstellen kann. Kurz nach dem Stillen während des “Bäuerchens” schwappt neben dem Rülps auch etwas Frischkäse raus. Da der Bauernspuck erwartet wird, landet meist alles auf dem in weiser Voraussicht bereitgehaltenem Spucktuch. Achtung: Besonders pfiffige Spuckkinder schaffen es immer, an diesem Tuch vorbeizuspucken.

Der Spuckschwall: Liegt das Spuckkbaby breits längere Zeit – vielleicht nach einem Schläfchen – hat sich eine erhebliche Menge vergorener Milchi angesammelt, die nun ihren Weg nach draußen sucht. Sie können das Baby so vorsichtig wie möglich hochheben, der Spuckschwall wird dennoch gewaltig sein. Ein großer Triumph für das Spuckbaby ist es übrigens, wenn es dabei Ihr Dekolletée trifft. Sie merken seine Zufriedenheit, wenn es Sie nach dem Schwall fröhlich und erleichtert anlächelt.

Der Spucksprudler: Schluckauf ist eine feine Sache, besonders für das erfinderische Spuckkind. Jeder Hickser wird für das Verteilen des Milchspucks zu Hilfe genommen. Und so sprudelt das Spuckkind während des Schluckaufs fröhlich wie ein Springbrunnen, denn bei jedem Hickser schwappt etwas Frischkäsespuck hinaus. Unaufhaltsam. Tipp: Wechseln Sie erst das Oberteil, wenn der Spuckspruler aufgehört hat. Geben Sie die Hoffnung nicht auf. Auch ein Spuckkind wird Mal müde.

Der Spuckpups: Das multitaskingfähige Spuckkind ist Freund dieser Disziplin. Während unten gedrückt wird, kommt oben gleich ein Schapp Milchspuck mit heraus. Zwei Fliegen mit einer Klappe, besonders wenn beide Ausscheidungen ergiebig waren. Praktisch für Sie: Es ist nur ein Gang zum Wickeltisch nötig.

Der Zauberspuck: Ihr Kind liegt friedlich in der Wippe, im Stubenwagen oder sonstwo. Und eben war noch alles trocken. Einmal nicht hingeschaut, hat das Spuckkind sich und seine Umgebung in Milchkotze getränkt. Zauberei. Wie es das macht, wird ein ewiges Geheimnis bleiben.

Der fliegende Spucker: Ihr Baby hat Blähungen und ist nur im “Fliegergriff” zufrieden? Achtung: Es handelt sich hier um ganz fieses Babytracking. Denn während Sie mit dem Spuckkind im Fliegergriff durch die Wohnung spazieren, wird ihr Weg mit Spucketröpfchen besprenkelt. Und ist somit zurückzuverfolgen. Warum das Spuckkind diese Methode des Babytrackings praktiziert, kann nur vermutet werden. Sicher ist, dass hier das Märchen von Hänsel und Gretel seine Wurzeln hat.

Welche Disziplin des Spuckens Ihr Baby beherrscht, hängt von seinem Erfindungsreichtum und seinem Willen, den heimlichen Plan (Nochmal: Alles soll nach Kotze riechen) umzusetzen. Dies kann von der Tagesform und der Laune abhängig sein.

Welches ist die Lieblingsdisziplin eures Spuckkinds?

 

 

 

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6 Kommentare

  1. ;-)))) Also den Spuckpups kenne ich (Gott sei Dank) nicht. Aber der fliegenden Spucker ist bei uns auch sehr beliebt. Es gibt auch den heimlichen Spuck (ich kämme morgens meine Haare und merke: Sie sind verkotzt) und den “Ichknabbereaneinem BüchleinundschwuppskommtderBreimitraus”. Letzterer ist momentan der Hit bei meinem Sohn.
    Liebe Grüsse von der Spuck-Mama on the rocks

  2. Das ist mit Abstand der Lustigste Blogartikel den ich seit Ewigkeiten gelesen habe!!! Ich kann nicht mehr ;DDDD Ich habe auch ein Spuckkind und kenne alle diese Varianten! Herrlich! Das beste ist der Zauberspruch. Auch toll, wenn das Baby gerade in Bauchlage spielte und man hinkommt und das Baby sich schon alles im Gesicht verteilt hat, weil es in die eigene Spuckpfütze geditscht ist ;DDDD

  3. Der Wickelspuck: just in dem Moment in dem man den letzten Knopf des frischen Bodies schließt, ergießt sich ein Milchschwall (gerne als Fontäne) quer über das gute neue Kleidungsstück. Am besten gleich mehrmals hintereinander, vorzugsweise wenn Mama & Co. in Eile sind.

  4. Die Lieblingsdisziplin meines Spuckkindes? Ganz klar: der WEITspuck!!
    Egal ob frisch in der Babyschale angeschnallt (wetten, dass der Schwall von frischem Babyquark nicht nur Gurte und Jacke trifft, sondern bis zu den Socken alles imprägniert hat?!) oder nach dem Trinken zum Bäuerchen an der Schulter liegend (die ideale Position um zu beweisen, dass nicht das putzige Spucktuch Ziel für die modischen Optimierungsmaßnahmen des stilbewussten Spuckbabys ist, sondern Mamas Hintern und Rücken bzw. der umliegende Fußboden einer Verschönerung bedürfen) – keine Situation wird ausgelassen, wenn es darum geht, dass das Spuckbaby sein Können im WEITspuck perfektioniert …

    Aber zum Artikel: vielen, vielen Dank!! Ich habe immer noch Tränen in den Augen und der Bauch tut vom vielen Lachen weh. Einfach herrlich!!

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