Wann gehst du wieder arbeiten?

MisterWin ist einfach zum Knutschen süß - oder doch ein Mini-Gnom?
MisterWin ist einfach zum Knutschen süß – oder doch ein Mini-Gnom?

Die ersten Wochen mit Söhnchen Nummer zwei sind nun rum. MisterWin ist nun mit seinen knapp sechs Wochen ein steinaltes Baby. Und wie es so mit zwei Kindern ist, war ich trotz Iromanns Elternzeit auch wieder relativ schnell im realen Leben. Sprich Einkaufen, Kindergarten und Spielplatz-Treffs. Und wen trifft man dort? Rüschtüsch! Andere Mütter.

Die Mütter, mit denen man jetzt nicht so wirklich befreundet ist, mit denen man aber gern mal ein Schwätzchen hält. Da wird in den Kinderwagen oder MaxiCosi gelunst und man bekommt bestätigt, was für ein hübsches Baby man hat.

Ob es stimmt oder nicht – wer weiß. Ich finde ja nicht jedes Baby automatisch hübsch – manche sehen sogar ziemlich ulkig aus – wie die kleinen Gnome von Ronja Räubertochter. Oder das böse Baby von den Simpsons. Hihi. Naja, what ever. Gehen wir mal davon aus, dass MisterWin auch für andere süß ist.

Jendenfalls ist der Dialog dann wie folgt:

„Och ist der süß. Und sooo klein. Und alles gut gelaufen?“

Mmmm ja – was sag ich da. War total prima mit dem zweiten Kaiserschnitt, habs halt wieder mal nicht geschafft – trotz klein. Ich Gebärversagerin. „Ja, alles gut“

„Und wie sind die Nächte so?“

Ja, wie sind die so??? Werde eben alle drei Stunden wach, aber der kleine schläft danach wieder ein. Sowas zwischen ausgeschlafen und totmüde. Was willst du jetzt hören? Dass es der Horror ist? Dass ich kein Auge zu tun kann? Dass er stundenlang rumgetragen werden muss (was erst zweimal vorkam). „Ja, das läuft ganz gut.“

Und dann kommt sie, die Knallerfrage: „Und wann gehst du wieder arbeiten?“

Hä – what??? Der kleine ist nichtmal acht Wochen alt. Hallo? Ich bin NOCH im Mutterschutz. Was soll ich da JETZT wissen, wann ich wieder arbeiten gehe. Und warum ist das sooooo unendlich wichtig? Auch wenn ich in nem Jahr wieder wollen würde – warum sollte ich mir dann aktuell einen Kopf drum machen? Ich weiß noch gar nicht, wie dieses Kind tickt. Wie ich mit zwei Kindern den Alltag wuppe. Ob ich einen U3-Platz mit einem Jahr, mit einundhalb oder zwei Jahren bekomme. Und ob es in einem oder zwei Jahren überhaupt Arbeit für mich gibt (kommt in Agenturen ja auf die Auftragslage an)?

Warum ist dieses „Arbeiten gehen“ nur so wichtig für andere Mütter? Und ich meine dabei Mütter, die selbst eins, zwei Jahre daheim waren. Keine Karrierefrauen, die nach acht Wochen Mutterschutz wieder knallhart ihre 40 Stunden machen und bei denen das Kind bei der Nanny ist, weil Papa auch nen super-duper wichtigen Vorstandsposten hat.

Ich will eigentlich gar nicht an das wieder „Arbeiten gehen“ denken, sondern mein Mama-sein genießen. Brotboxen mit Liebe und nicht in Hast bestücken. Wenn dann mal Zeit ist und ich keine Windeln wechseln oder MisterWin bespaßen muss auch mal wieder kochen und backen. Oder ein bisschen für mich schreiben auf meinem Blog.

Ich will noch nicht drüber nachdenken, wie ich mich mit zwei Kindern UND Job organisiere. Ob die Oma in einem Jahr oder zweien noch fit genug ist, um mal auf zwei Kids aufzupassen. Ich mag meinen Beruf, aber ich will grad keine Pressemitteilungen oder facebook-Posts für andere verfassen. Nö!

Fragt mich in sechs oder acht Monaten. Wenn ich von Windeln & Co. sprichwörtlich die Nase voll hab. Dann sag ich vielleicht was anderes als:

„Ja, keine Ahnung. Mal sehen.“

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0 Kommentare

  1. Großartiger Blog!
    Die Frage wann es wieder ans Arbeiten geht, kommt hier auch gleich nach der “ Wie sind die Nächte so???“…grauenvoll. Also die Frage, nicht die Nächte.
    Mein Mini ist zwar ein wenig älter ( in ein paar Stunden sind es dann genau 5 Monate 😉 ) als der süße Misterwin, aber ans Arbeiten gehen will ich auch noch nicht denken. Wenn ich dann irgendwann mal wieder arbeiten gehe, kommt sicher die nächste Frage..“naaa? Wann kommt das nächste Baby???“

    Liebe Grüße aus dem Dir sicher bekannten Bad Homburg ;P
    Taly

  2. Hallo 🙂 ich stelle mir ja immer die Frage, was die Leute für Antworten erwarten. Geht man sofort wieder arbeiten, ist es verkehrt, nach einem Jahr ist es auch verkehrt. Nach 2 sowieso. Bleibt man aber zu Hause, wird man ganz seltsam von oben bis unten gemustert und das ist auch verkehrt. 🙁 Mütterwelten können grausam sein :/

    Bin irgendwo zufällig über deinen Blog gestolpert, der Stil gefällt mir 😉
    Liebe Grüße Tina

  3. Bin ganz eurer Meinung, als Mutter steht man da irgendwie immer etwas im Schussfeld der anderen Mütter. Manchmal bekommt man da echt das Gefühl, die anderen wollen, dass man selbst scheitert. Und sie somit selbst alles besser im Griff haben und sozusagen „die besseren Mütter“ sind. Aber ich finde, über sowas muss man drüber stehen. Mir ist es mittlerweile mehr oder weniger egal, was andere von mir denken. Ich muss mit mir selbst in Reinen sein und für mich die richtigen Entscheidungen treffen – dann brauch ich auch kein Lob oder Zustimmung durch andere. Schließlich hat ja doch jeder seinen ganz individuellen Erziehungsstil mit eigenen Glaubenssätzen.

  4. Super Artikel!
    Ich glaub, Frauen tun sich da oft gegenseitig weh, ohne es zu beabsichtigen. Als meine Kinder klein waren war ich in Teilzeitkarenz. Dh. ich war 20 Stunden berufstätig und meine Kinder waren bei einer Tagesmutter. Unter anderem deshalt, weil ich einen guten Job hatte, der mir Spaß machte und weil ich meine Arbeitszeit relativ flexibel meinen Bedingungen anpassen konnte. Ich hatte zu dieser Zeit eine Freundin, die bei ihren beiden Mädchen zu Hause war. Sie war unheimlich kreativ und hat sehr viel mit den Kindern gebastelt. Ich habe sie immer bewundert.
    Und eines Tages sagt sie zu einer ihrer Töchter einen Satz wie: „Ach die Ilse bekommt das alles so perfekt hin.“
    Da musste ich dann lachen 🙂 Die perfekte Fassade war außen. Ich war genau so oft müde, wie sie, ich hatte in den Nächten genauso wenig geschlafen und ich hatte keine Zeit meine Kinder mit selbstgebackenen Apfelstrudel zu verwöhnen.

    Vielleicht liegt der Grund dieser Fragen eher in einem schwachen Selbstbild. Wir alle können dem Bild der Supermama nicht entsprechen und so versuchen Mamas durch Fragen oft verzweifelt die Schwächen der anderen Mamas aufzudecken.
    Wenn man „mit sich selbst im Reinen“ ist, dann braucht es weder die Fragen noch halbherzige Antworten.

    Alles Liebe,
    Ilse

    P.S: Meine Kinder sind mittlerweile schon 16 und 19 Jahre aber weder die Fragen noch die Unsicherheiten mit denen sich die Mütter quälen haben sich verändert. 😉

    • Ja da hast du Recht – perfekt gibt es einfach nicht. Irgendwas kommt immer zu kurz. Ich hab nach dem ersten Kind auch 20 Stunden, teilweise von zu Hause, gearbeitet. Und ich genieße es gerade, endlich mal ein paar Mama- Sachen zu machen wie Kuchen backen. Genau wie du beschrieben hast 😉

  5. DANKE!!!!! Einfach DANKE!

  6. […] durch Mutter & Söhnchen, einem wunderbaren Blog, setze ich mich heute mit dem Thema auseinander, warum sich Mütter gegenseitig seit Jahrzehnten […]

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