Die Faschingsmuffel-Mama

„Wolle werse reinlasse? Tuftäääää!!!“ Ähm, lieber nicht. Denn wenn ich eins hasse, dann ist es Fasching. Diese clownsnasige, im Konfettiregen erstickende, schnapsgrölige Faschingsmeute ist nichts für mich. Zu laut, zu bunt, zu Volksmusik und vor allem zu aufgesetzt lustig. Und dann Büttenreden. Bäääh. Bei jedem „Tuftäää“ zucke ich zusammen.

Der Humor – nicht meiner. Ich bin eher so Ironie und Sarkasmus. Ohne Reimform und Lachjingle. Ich weiß auch so, wann es lustig ist. Auch wenn mein Mann was anderes behauptet und mir ständig Witze erklären muss. Na gut, Lachjingle wäre manchmal nicht schlecht.

An Halloween war der feine Herr Skelett
An Halloween war der feine Herr Skelett

 

Versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Verkleiden. Ich liebe es. Gibt es eine Mottoparty, bin ich sofort Feuer und Flamme und am Tag X mit passendem Outfit am Start. An Fasching bin ich eher so der Verkleidungsmuffel. Ich mag mich nicht verkleiden, wenn ich es muss. Wenn ALLE sich kostümieren. Wo ist da der Witz? Tuftäää? Vielleicht mag ich Fasching auch nicht, weil ich in meiner Kindheit nie damit zu tun hatte. Ok, einmal war ich doch dabei. Als Prinzessin. Alle waren damals Prinzessin. Sogar zwei Jungs im Kindergarten. Doch mich nannten sie Prinz. Nur weil mein Kostüm kein schickes Gekauftes war und aus Schneehose, Krone und Umhang bestand. Ergebnis – frustrierte Prinz-Prinzessin.

Vielleicht versuchte mich mein Immunsystem vor weiteren frustierten Faschinspartys zu schützen. Denn ansonsten hatte ich an Fasching IMMER Scharlach. Ich bin sozusagen dazu konditioniert, Fasching mit Fieber und Halsschmerzen zu verbinden. Tuftäää. Das wünsche ich mir natürlich für meine Kinder nicht. Auch wenn ich jetzt keine Mami bin, die voller Eifer Kostüme näht und dem Faschingserlebnis entgegenfiebert. Kinder lieben Fasching. Ich verstehe das. Es ist ihr Element. Laut, verkleiden, Konfettigregen, Bonbons, Schnaps…äh, moment, der ist dann eher für die Erwachsenen. Den brauch ich nämlich, wenn ich HerrnSjardinski zur Kinderfaschingsfete begleiten muss.

Ja, ich begleite ihn. Er hat sich das gewünscht. Mach ich auch mit Widerwillen voller Freude. Doch – und hier kommt das ganze Elend – OHNE Schnaps oder Sekt. Das bräuchte ich dabei so dringend, um das Ganze ansatzweise erträglich zu finden. Aber ich stille noch. Heul. Versteht ihr, was das für eine Folter für einen Faschingsmuffel ist? Ich kann mir die Kinderfaschingsfete nichtmal schön trinken mit einem Schwipschen genießen.

Na gut, Zähne zusammenbeißen, lächeln und winken. Prinzessin Leia Schneckenfrisur aufsetzen und den kleinen Ninja-Spiderman zur Partysause begleiten. Hoffentlich ersticke ich nicht im Konfettiregen. Tuftääää. Wie ertragt ihr Faschings-Kinderfeten? Oder ist das total euer Ding?

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Ein Gedanke zu “Die Faschingsmuffel-Mama

  1. Tätärätätätäääää! Ich kann Dich ja so gut verstehen! Ich gebe zu: Ich liebe Karneval ähm Fasching, war aber als Kind auch IMMER krank, sogar schon als Erwachsene. Und ohne kleinen zumindest Minischwips geht das gar nicht. Ich weiß nicht, was ich Dir raten soll?! Wenn Du Dich vielleicht ganz schnell im Kreis drehst, ist das vielleicht Schwipsähnlich…

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