Kaugummi im Grand Canyon

Ich bin seit neustem stolze Besitzerin einer Yogamatte. Nur Yoga werde ich darauf nicht machen. Nein, diese Investion habe ich getätigt, um nach dem Rückbildungskurs weiter an meiner Bauchmuskelatur feilen zu können. Damit dieser Grand Canyon in der Nabelgegend wieder verschwindet. Hoffentlich. Denn schon nach Kind Nummer eins wollte sich dieser Spalt nie so ganz schließen.

Foto: www.gratisography.com
Foto: www.gratisography.com

Auch schlanke Frauen haben Figurprobleme. Ehrlich. Auch an uns ist so eine Schwangerschaft nicht spurlos vorbeigezogen. Abgesehen vielleicht von Promi-Frauen. Die können sich mit Hilfe von Personaltrainer und Diätprogrammen innerhalb von wenigen Wochen nach Geburt auf Zerosize quälen. Unrealistisch für Normalofrauen, wie Frieda Mercury von 2KindChaos feststellt. Aber gut – der Körper ist hier Kapital. Und Spaß macht die Prozedur sicherlich auch nicht. Da „chill“ ich doch lieber mit Baby auf der Couch und versuch das Wochenbett einzuhalten. Abgesehen davon, dass man nach Kaiserschnitt nicht nur nervigen Wochenfluss, sondern auch noch eine schmerzende Narbe hat. Sport ist also sowieso äußerst unrealistisch.

Still dich schlank
Ja, durch Stillen soll ja angeblich die Schwangerschaftspfunde schneller purzeln. Der Begriff schnell ist dann ja wohl mal Ansichtssache. Mit 20 Kilo mehr durch die Schwangerschaft habe ich noch drei Monate nach Entbindung Umstandsjeans getragen. Und auch jetzt – 5 Monate später – passen mir mit Ach und Krach nur sehr wenige normale Hosen. Auch wenn mein Gewicht ganz ok ist. Mein Becken ist einfach noch geweitet und ich bekomme die meisten Hosen meiner Garderobe nicht über den Hintern. Aber ich mag meine neuen Kurven, diese Weiblichkeit. Ein paar Kilo mehr gefallen mir eigentlich ganz gut.

Bis auf den Bauch. Besagter Gran Canyon. Der beschert mir nach jedem Essen ein 3-Monats-Schwangerschafts-Wampe. Und wo früher ein echter Bauchnabel war, ist heute ein breiter Fleck. Wie ein zertretener Kaugummi sieht das aus. Von „schön“ kann da auch keine Rede mehr sein. Der Stichkanal meines Nabelpiercings ist zudem gerissen. Aber was solls – ich hab mir meine Streifen verdient und die Zeiten für „bauchfrei“ sind nun wirklich gezählt. Nur dieser Spalt, der ist wirklich gruselig.

Sexy Legs
Ich dachte ja immer, Füße können ab einem bestimmten Alter nicht mehr wachsen. Fehlanzeige – nach zwei Schwangerschaften passt dann doch nicht mehr jeder Schuh. Mein Mann meint ja, das wäre eine Ausrede, um neue zu kaufen. Äääähm – nein, wirklich nicht!!! Die sind echt platt gelaufen. Und die sexy Legs haben auch ein paar Spuren abbekommen – Besenreißer an den Knöcheln und Orangenhaut an den Oberschenkeln. Aber wer trägt schon mit Ü30 Hotpants, am besten noch unbequemerweise auf dem Spielplatz?

Spiegeleier
Der riesen Vorteil von Schwangerschaft und Stillzeit: Meine A-Körbchen-Brust ist auf C angewachsen. Doch nach dem Abstillen wird sich diese Traumbrust wieder in ein Spiegelei verwandeln – wie schon nach der ersten Schwangerschaft. Und glaubt mir, auch kleine Brüste können hängen. Leider wahr. Ich werde wieder Push-Ups brauchen, um überhaupt so etwas wie einen Busen zu haben.

Jetzt könnte man ja meinen, das ist Jammern auf hohem Niveau. Einfach mehr Essen und die Figur bleibt weiblicher. So wie sie jetzt ist. Aber so wie die einen sich schwer mit dem Abnehmen tun, ist es bei mir mit dem Zunehmen. Ich bin ein Schnellverbrenner. Ich war schon immer schlank – noch viel viel schlanker als jetzt. Ob das schön ist, liegt im Auge des Betrachters. Ich finde das Weiblichere, etwas Rundere, schöner. Und darum beneide ich viele Frauen – wahrscheinlich genau die, die sich insgeheim 2-3 Kilo weniger wünschen würden.

Also Mädels – egal wie ihr ausseht und was ihr an euch nicht mögt – ihr seid toll! Und egal wie der Körper vor der Schwangerschaft aussgesehen hat – er ist eben danach ein anderer. Denn darin ist ein neues Leben entstanden. Das ist doch geil! Wieso sollte ein Körper unbedingt nach so einem Wunder wieder ganz der alte sein? Man selbst hat sich ja auch verändert. Man ist Mutter geworden. Also, warum machen wir uns da so verrückt? Wir sollten einfach mehr lernen unseren Körper zu lieben. Egal ob Streifen, Spiegeleier mit Speck oder Obssalat. Liebt euch so wie ihr seid. Eure Kinder tun es doch auch, oder?

Nur dieser Gran Canyon, der muss weg! 😉 Echt jetzt!

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.