Fürsorglicher Kassierer – UNTypisch mit Kellerbande

Im Juli beantwortete mir Frida von 2KindChaos zum ersten Mal meine Fragen: Die Reihe „UNTypisch“ war geboren. Ich führte – mit diesem hier – insgesamt 24 Interviews mit starken, liebevollen und ehrlichen Mamas über ihre untypisch typischen Kinder. Einige der Antworten brachten mich zum lachen, andere zum nachdenken. Mit diesem letzten Interview möchte ich nun die Reihe beenden und Platz für neue Ideen schaffen. Und vielleicht gibt es bald noch eine Best-off zu lesen – UNTypsich über Jungs und Mädchen mit ganz viel Glitzer?

Anja hat mit ihrem Ehemann zwei tolle Kinder. Zusammen bilden sie die Kellerbande. Der Sohn Räuber ist 2012 und der Junikäfer 2014 geboren. Auf Kellerbande erzählt Anja von ihrem Alltag mit zwei Kleinkindern – und da ist immer was los! Das Kinder gebären und Mutter sein zu dürfen ist dabei jedoch nicht selbstverständlich.

Der Räuber ist 4 Jahre alt, pinkelt im Stehen und findet „Rosa ist nur für Mädchen“. Tpisch, oder? Aber Kassierer spielen findet er genauso cool wie Kleider, die sich schön drehen. Oder Glitzerduschgel. Und überhaupt darf ein Junge ja auch fürsorglich sein…

Blau und rosa. Bagger und Ponyhof. Rabauke und Zicke. Immer wieder liest man von Klischees, wenn es um Jungs und Mädchen geht. Aber was ist wirklich typisch Junge, typisch Mädchen? Rosa-Hellblau-Falle – trifft das? Wie ist das mit diesem Genderdings? Oder sind alles einfach nur Kinder? Ich stelle in meiner Reihe UNTypisch Jungs- und Mädchenmamas vor, die von den Eigenarten ihrer Kinder berichten. Und ich hoffe dass ich damit zeigen kann: jedes Kind ist anders und Klischees treffen manchmal, aber eben nicht immer zu.

kellerbande

Drei Dinge, die dich bei deinem Sohn in den Wahnsinn treiben / aufregen / nerven?

Was mich wirklich manchmal fast in den Wahnsinn treibt, ist seine kindliche Unentschlossenheit. Dafür kann er ja nix. Das ist wahrscheinlich sein Glück. Denn sonst stünde das fast nicht mehr im ersten Satz 😉

Erst mag er den blauen Becher. Ne, doch lieber den gelben. Und zum Schluss darf es dann bitte ein Glas sein.

Oder ich schmiere ihm ein Mettwurstbrot, das er sich vor ein paar wenigen Sekunden wünschte. Als ich es ihm dann auf seinen Teller lege, wöllte der gnädige Herr aber doch lieber Salami haben. Grrrrrr. Es folgt eine Riesenszene des Sohnes!

Mittlerweile frage ich ihn und gebe ihm mehr Zeit zum Überlegen. Jaaa, noch mehr Zeit. Die er anscheinend braucht?! Dann erst beginne ich seinen aktuellen Wunsch zu erfüllen. Wenn es dann anders sein soll mache ich ihn auf seine entsprechende Bedenkzeit aufmerksam und das es im Leben einfach Dinge gibt, die man entscheidet und nicht mehr revidieren kann.

Nagellack, Backen, Kochen und Kuscheltiere – eher Yeah oder Neee?

Mein Sohn hilft mir gern in der Küche mit. Aber das macht er nicht weil er ein Junge ist, sondern weil er neugierig ist, ein Schleckermäulchen und er da was mitmachen kann oder was Neues zu sehen bekommt.

Nagellack kennt er noch nicht.

Kuscheltiere mag er erst seit seine kleine Schwester sie ständig rumträgt. Das Interesse hält sich aber eher begrenzt.

Rosa, Pink, und Lila und Glitzer? Gibt’s oder gab es diese Farben bei euch?

Lila findet auch der Räuber gut. Das Prinzessin-Glitzer-Duschgel in rosa mit Rosenduft fand er nur einmal toll. Jetzt darf es für ihn wieder das Delfinduschgel sein.

Aber als Kindergartenkind sagt er natürlich: „Rosa ist was für Määädchen“

Spiderman, Ninjago und Star Wars – welche Helden werden bei euch verehrt?

Wir sind im Cars-Fieber-Alter. Nachdem Bob der Baumeister irgendwie out ist und nur noch die alten Tshirts der Cousins mit Bob der Baumeister verziert sind, muss alles Neue von Cars sein.

Wir haben ein paar Sachen, aber wollen es auch nicht übertreiben. Schliesslich soll er nicht bei jedem Hype dabei sein müssen und sich nach und nach seinen eigenen Stil erfragen.

Heimliche Vorlieben für Fillys, Hello Kitty und Co?

Nicht das ich wüsste. Wer oder was ist Fillys ?!

Als was verkleidet sich dein Sohn gerne?

Feuerwehrmann und im Kindergarten zieht er auch mal Kleider an.

„Mit denen kann man sich so schön drehen.“

Aktuelles Lieblingsspielzeug?

Fahrrad fahren und Kassierer mit seinem Spielgeld (gibt es hier kostenlos bei meinen Tipps im Blog) spielen.

„Wir öffnen Kasse 3 für Sie. Oh, ich muss aufs Klo…..Bitte nicht mehr anstellen. Kasse 3 schliesst“

So äußert sich die sanfte Seite deines Sohnes…

Er ist sehr fürsorglich mit seiner Schwester. Er kuschelt auch gern.

Ist dein Sohn nun typisch Junge?

Ja, er ist ein typischer Junge. Er pinkelt gern im Stehen und spielt sobald er die Hände frei hat an seinem Pipimatz rum.

Du bist auch Mama einer Tochter – was ist anders?

Tochter = blaue Augen

Sohn = braune Augen

Tochter = spielt mit Puppen und versorgt sie

Sohn = spielt mit Puppen und testet welche am weitesten fliegen kann

Tochter = Schaut sich gern Wimmelbücher an und entdeckt schneller Tiere und Kinder

Sohn = schaut sich Wimmelbücher an und entdeckt schneller Werkzeuge, Maschinen

Tochter = sture Zicke manchmal

Sohn = bockig aber dann meist einsichtig

Endlose Beispiele könnte ich hier aufführen. Vielleicht blogge ich mal darüber 🙂

Vervollständige den Satz mit einer herausragenden Sache: Jungsmama und Mädchenmama gleichzeitig zu sein ist super weil …

…dadurch unsere Familie komplett ist.

Liebe Anja, vielen Dank für die charmante Vorstellung deines Räubers. Das Kassiererspiel finde ich so unheimlich süß – das hat ein bisschen was von Comedy. Und weißt du was ich echt faszinierend finde? Dass auch Jungs – egal ob Rosa-Fan oder nicht – total auf Glitzer und/oder BlingBling abfahren.

Danke, dass du mitgemacht hast. Und wundervoller Abschluss der Reihe.

 

 

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