Ein Kindersitz der mitwächst – der Diono Radian 5 mit Sicherheits-Tipps

Ich war wohl eines der ersten Kinder der frühen 80er, das die Sicherheit eines Kindersitzes genossen hat. So ein hässliches Teil mit orangefarbenem Fangkörper, das heue wohl nicht mehr den vorgegebenen Standards entsprechen würde. Aber das Teil hat mich immerhin bei zwei Unfällen vor schlimmeren Verletzungen bewahrt.

Und auch wenn man heute meint, diese ganzen Anschnall-Vorschriften seien eine Schippe zu viel, finde ich, dass Sicherheit im Auto wirklich wichtig ist. Lebenswichtig. Daher bin ich auch ein großer Fan von Reboardern. Für den Rabaukowitsch hatten wir einen angeschafft, den er bis zum 4. Lebensjahr nutzen konnte. Theoretisch. Denn mit 92 cm Körpergröße wurde der Sitz immer einengender, vor allem im Fußbereich. Noch dazu konnte ich mich hinten mit Ach und Krach zwischen die beiden Sitze quetschen. Gerade auf langen Autofahrten eine echte Quälerei.

So fuhr der Rabauke mit knapp zwei Jahren vorwärts, gesichert mit einem Fangkörper. Der wiederum immens störte. Aber nur mit eingeengter Bewegungsfreiheit, denn Spielen, Trinken und Essen waren im Auto kaum möglich. Ja, diese Fangkörper sind in Sachen Sicherheit super, aber warum muss das immer zu Lasten des bequemen Sitzens sein?

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Ich war daher wirklich happy, als uns der Diono Radian 5 zum Test angeboten wurde. Der Sitz ist der erste Kindersitz, der in beide Fahrtrichtungen verwendet werden kann, also auch als Reboarder. Und zwar von Geburt an bis zu einem Gewicht von 25 kg. Außerdem versprach er, äußerst platzsparend zu sein, da er nicht nur sehr schmal ist, sondern auch ohne Stützfuß auskommt. Angeschnallt wird das Kind mit einem 5-Punkt-Gurt. Also rundum mehr Platz und Bewegungsfreiheit für uns alle. Genau das, was wir brauchen.

Den Radian 5 einbauen

Da wir nun ja schon eine Weile vorwärts fahren, wollten wir auch den Radian vorwärts nutzen. Schade, denn er macht auch als Reboarder einen guten Eindruck. Durch den Stahlrahmen bietet der Radian 5 einen verbesserten Schutz, ist dafür aber auch schweineschwer. Was den Einbau zu einem kleinen Kraftakt macht. Denn easy ist es nicht gerade, die vielen Gurte anzubringen (es gibt zum Glück ein YouTube-Video).

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Die Gurte werden zwar gut durch den Radian 5 geführt und festgeklemmt, man muss den Sitz jedoch auch im Kofferraum am Rückenteil des Autositzes einhaken. Eine ISOfix Verankerung hätte mir ehrlicherweise – auch aus Sicherheitsaspekten – mehr zugesagt. Und leider macht der erschwerte Einbau den Radian 5 nicht zu einem Sitz, den man einfach mal schnell ausbaut, um ihn in mehreren Autos nutzen.

Sicherheits-Tipp: ISOfix schafft eine starre Verbindung zum Auto. Durch einfaches Einklicken kommt es zu weniger Fehleinbauten als bei Kindersitzen ohne ISOfix. Ist ein Kindersitz nicht richtig angegurtet, entsteht im Falle eines Unfalls erheblicher Spielraum, der den Sitz in Bewegung setzen und zusätzliche Verletzungen mit sich bringen kann. Mit ISOfix-Verankerung entsteht dieses Risiko nicht. Wer sich unsicher ist, sollte daher Kindersitze ohne ISOfix von geschultem Fachpersonal einbauen lassen.

Komfort und Sitzfreiheit

Ist der Sitz erstmal eingebaut, überzeugen jedoch deutlich die Vorteile. Der Rabauke hat auf einmal Platz. Platz zum Spielen oder sich mit seinem Bruder zu unterhalten, dabei eine Brezel in der Hand. Und er kann endlich auch mal einen Schluck aus der Trinkflasche nehmen, ohne dass wir anhalten und abschnallen müssen. Wir müssen uns jedoch noch an das Anlegen des 5-Punkt-Gurtest gewöhnen. Das ist nämlich im Vergleich zum schnell einklickbaren Fangkörper ein bisschen Gewurschtel.

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Sicherheits-Tipp: Damit hier die Gurte sicher und fest anliegen, ziehen wir sie bei jedem Anschnallen nochmal fest. Und achten außerdem darauf, dass die Jacke vorm Anschnallen ausgezogen wird. Der ADAC warnt davor, dicke Winterjacken auf Autofahrten zu tragen, da lose Gutteile im Falle eines Crashs tief in den Bauchraum einschneiden können.

Auch während der Fahrt ist das Sitzen wirklich angenehm. Die Plüschstoffe, die Memory-Foam-Polsterung und das extra lange Rückenteil der Sitzschale sorgen auf kurzen und langen Strecken für hohen Reisekomfort. Außerdem fühlen sich die Bezüge wirklich toll an und sind dazu noch leicht zu reinigen. Entweder mit einem feuchten Tuch abwischen oder abnehmen und waschen.

Der Sitz der Mitwächst

Da der Radian 5 die Kindersitzgruppen 0,1 und 2 abdeckt, kann er viele Jahre lang genutzt werden. Super ist auch, dass man selbst entscheiden kann, ab wann das Kind vorwärts fährt – und so gemäß den Expertenemfehlungen so lange wie möglich rückwärts gerichtet transportiert. Allerdings würde ich den Radian 5 persönlich nicht von Geburt an verwenden, da ich mich mit einer Babyschale mit verstellbarem Rückenteil (Liegefunktion) einfach besser fühlen würde und mir das angenehmer und ergonomischer erscheint.

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Sicherheits-Tipp: Im Fall eines Unfalls bietet ein Reboarder gerade für kleinere Kinder mehr Sicherheit. Da der Kopf ist im Verhältnis zum Körper bei Babys und Kleinkindern deutlich schwerer ist als bei Erwachsenen, und die Nackenmuskelatur noch nicht ausreichend entwickelt ist, kann es hier zu schweren Verletzungen im Hals- und Nackenbereich kommen. Aus Expertensicht sollten daher Kleikinder so lange wie möglich rückwärts fahren.

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Der Diono Radian 5 ist ein mitwachsender Kindersitz, der ein Kind viele Jahre lang sicher und bequem transportieren kann. Ein deutliches Plus, denn man braucht wirklich nur EINEN Sitz. Allerdings ist der Einbau ist etwas tricky (und daher auch vom ADAC nicht gut bewertet). Ich hätte mir hierfür eine ISOfix-Alternative gewünscht. Da unser Auto hinten sehr schmal ist, habe ich leider für mich persönlich keinen Vorteil feststellen können: ich sitze immer noch gequetscht zwischen zwei Kindersitzen. Aber worauf es ankommt: der Rabauke muss nicht mehr über einen Fangkörper lunsen. Die nächste längere Autofahrt kann also kommen.

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3 Kommentare

  1. Hallihallo 🙂

    Danke für den tollen und ausführlichen Bericht! Der Sitz ist wirklich toll! Wäre auch was für uns.

    Alles Liebe
    irene

  2. Wir haben die Concord Trimax bei beiden. Die sind günstig und können von 8 Monaten – 12 Jahre verwendet werden.
    Sind auch sichere Sitze laut Testergebnisse.

  3. Sehr interessant. Wir möchten unserer kleinen einen neuen Kindersitz kaufen. Wir achten hier auch immer sehr auf verschiedene Testberichte und Nutzererfahrungen. Wir werden uns vermutlich auch den Trimax besorgen. 🙂

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