Wer Kinder hat braucht keine Katzen

Bevor der Iroman und ich 2010 Eltern wurden, waren wir schon eine ganze Weile Katzeneltern. Besorgte Katzeneltern, die brav die zwei Katzinis regelmäßig impfen ließen und wegen kleiner Wehwehchen wie Katzenakne – ja, das gibt´s – zum Tierarzt rannten. Wir kauften nur das beste Futter, organisierten Haussitter für den Urlaub – damit die Katzen nicht so allein sind gnihihi – und nahmen uns für´s Pfötchenhalten bei Katzenkrankheit manchmal sogar frei. Heute kann ich darüber nur lachen. Mittlerweile bekommen die Katzen irgendein Futter und laufen so nebenher. Sie sind eben da. Aber die meiste Zeit machen sie das Katzenklo voll und nerven.

Die Kiezekatze liebt kuschelige Bettwäsche.
Die Kiezekatze liebt kuschelige Bettwäsche.

Wer Kinder hat, braucht eigentlich keine Katzen. Denn erschreckender Weise haben Kinder rein vom Verhalten gesehen einige Parallelen zu diesen eigenwilligen Biestern Stubentigern. Nach dem Motto „Same same but different“. Ich hab euch Mal meine knallharten Fakten zusammengetragen, wo und warum das so ist. Achtung: Ironie.

1. Fütterung der Raubtiere

Was gestern geradezu verschlungen wurde, kann heute schon „igitt“ sein. Da wird mal hier geschnäkelt, mal da geschnäkelt. Und das vom Brei bis ins spätere Kleinkindalter. Aber Leckerlies äh Naschzeug geht immer. Wie alles, wo Zucker drin ist. Das beudetet auch – nichts dergleichen unbeaufsichtigt stehen lassen.

2. Ab zum Doc

Katzenakne vs. Babyakne – als besorgte (Neu) Eltern geht man vorsichtshalber zum Arzt. Das kleine Wesen kann uns ja leider nicht mitteilen, wie es ihm geht. Hier ein Ausschlag, da ein Schnupfen und geimpft wird auch permanent – jedenfalls im ersten Lebensjahr.

3. Spielen mit Zeug

Super teure aber sau niedliche Spielzeuge finden leider nur die Eltern toll. Baby und Katze dagegen spielen am liebsten mit Sachen, die dafür nicht vorgesehen sind. Eine leere Knister-Verpackung oder ein Löffel zum Beispiel. Oder Staubflusen. Oder das Licht einer Taschenlampe an der Wand. Ist das da vorne etwas ein Karton? Ich muss weg…

4. Süße Träume

Manche Anschaffungen sind so sinnlos wie der Kauf eines Katzenkörbchens – ein Stubenwagen zum Bespiel. Denn das eigenwillige Baby schläft am liebsten auf einem drauf. Immer. Wenn da nicht schon die Katze liegt und schnarcht.

5. Platz

Was mich zum nächsten Punkt bringt: Warum braucht ein so kleines Wesen soooo viel Platz im Bett?

6. Spuren der Liebe

Warum zur Hölle müssen Babys solche Krallen haben? Können Sie erstmal greifen, ist man kaum noch sicher vor diesen blitzschellen Krakenfingern. Messerscharf sind die, wenn nicht täglich gefeilt. Das hinterlässt schmerzhafte Spuren.

7. Spukedispuk

Muss nicht sein, kann aber. Babys spuken – und das nicht zu knapp. Wer schon einmal einen ordentlichen Schwapp Milch- oder Breispuk in Genick oder Ausschnitt hatte, weiß wovon ich Rede. Katze tun dies auch – zum Glück aber eher auf dem Fußboden. Von anderen Ausscheidungen mal ganz abgesehen.

8. Hör auf deinen Namen

„Na komm. Komm schon her….Auf, komm jetzt, bitte!!!“ Funktioniert – oder auch nicht. Je nach Laune. Bei beiden.

9. Hartnäckigkeit geht an die Nerven

Das können sie gut: Jaunern, bis man ein Naschzeug bekommt oder bespielt wird. Ob Tür auf und raus lassen (Katze) oder ein Extra aus der berühmten Quengelzone (Kind). Eine gewissen Hartnäckigkeit zahlt sich immer aus. Das Spiel um den längeren Atem.

10. Dreck

Jeden Tag: Pfoten- und Handabdrücke an den Balkontüren. Und auf dem Boden eine Flut von Krümel, Haaren, Sand, Erde, Sand, Sand und nochmal Sand. Wenn man Pech hat, haben die Hauptverursacher auch noch Angst vorm Staubsauger.

11. Fightzone

Das mobile Baby neigt auf Spielplatz und Co. zum so gennanten Babyfight. Der Kampf um das Sandkastenrevier, um Schippe, Förmchen unn Eimer. Jetzt macht das mit den Krallen wieder einen Sinn. Und den Zähnchen erst.

12. Kuschelig oder nicht

Hach, was mag man mit diesen kleinen Wesen so gerne kuscheln. Doch sind sie erstmal mobil – tja, dann bestimmen sie, wann es Zeit für Streicheleinheiten ist. Ansonsten gilt: Bitte nicht anfassen.

13. Beute von draußen

Stöcke, Steinchen, Blätter, Kastanien, Muscheln, Kronkorken, Blumen und Käfer. Alles gesammelte Trophäen eines Kleinkindes, die sorgsam gehütet werden. Das pelizige Pendant sammelt dagegen mit Leidenschaft kleiner Fell- und Federfreunde, um sie in die Wohnung zu bringen. Freude auf allen Ebenen.

Habt ihr auch schon Parallelen entdeckt?

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8 Gedanken zu “Wer Kinder hat braucht keine Katzen

  1. Das hast du sehr sachlich auf den Punkt gebracht 😉

    Mhhh, dabei sind wir gerade am überlegen, ob wir uns nicht eine Katze anschaffen sollten. Meine Mädels lieben Tiere, eine Katze würde ich einem Hund vorziehen, weil wir damit flexibler unsere Heimatbesuche planen könnten (mein Mann fliegt ja nicht immer mit nach Berlin und könnte dann die meiste Zeit die Katze betreuen).

    UND: Damit hätten wir eine sehr wirksame Waffe gegen unsere klitzekleinen Mitbewohner, die hier jede Nacht durchs Wohnzimmer flitzen: In alten englischen Häusern bekommt man Mäuse einfach nicht in den Griff. Es sei denn: Man hat eine Katze!

    Ich werde deine Worte bei unserer Entscheidung auf jeden Fall im Hinterkopf behalten 😉

    Liebe Grüße aus London,
    Uta

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  2. Pingback: Katzen und Babys – Eine schwierige Kombination? |

  3. Bei der Einleitung fühle ich mich sehr angesprochen. Ich habe zwar noch kein Kind, aber eine Katze und umsorge sie manchmal, als wäre sie mein Baby. Urlaubssitter suchen, Urlaub nehmen, um zum Tierarzt zu gehen etc kommt mir deshalb sehr bekannt vor. Und oftmals habe ich wohl bei einem Einkauf mit Spielzeug, Essen usw ähnlich viel ausgegeben, als wenn es für ein Kind wäre. Ich schätze, sobald das erste Kind da ist, werden sich die Prioritäten wohl auch verschieben, aber bis dahin bleibt die Katze wohl eine Art Babyersatz für mich.

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