Die Sache mit den Kooperationen

Wer bloggt kennt das – Kooperationsanfragen. Mal sind diese wirklich total toll und nett – ja da wird auf das eigene Blog ehrlich eingegangen, das Thema passt und auch das Angebot ist für den Blogger und die Blog-Leser von Mehrwert. Dann gibt es noch die Kooperationsanfragen, da erkennt man den Serienbrief. Manchmal sind sie dennoch ganz ok und eine Antwort wert. Auch hier kann sich eine nette Kooperation ergeben. Und dann gibt es sowas. Mal ehrlich – ist DAS euer Erst? Als Agentur sollte man sich schämen, sowas seinen Kunden als „Blogger Networking“ zu verkaufen!

Top oder Flop?
Top oder Flop?

Guten Tag, (keine persönliche Ansprache)

Ich hoffe, alles geht Ihnen gut. (Äääääh – ja. Ihrer Grammatik aber anscheinend nicht.)

Mein Name ist xxxx (meinen kennste ja nicht, aber gut, jetzt weiß ich deinen) und ich schreibe Ihnen aus xxxx Media (ist das ein Land?). Ich wollte mit Ihnen Kontakt aufnehmen, um zu fragen, wenn Sie sich dafür interessieren, mit uns an einigen aktuellen Kampagnen zu arbeiten. (Aha – Grammatik ist also nicht gerade die Stärke im Land xxx Media. Aber warum sollte ich an Kampagnen arbeiten?)

Wir stellen verschiedene Beiträge her und suchen Blogger von höchsten Qualität, die uns helfen können, die Informationen zu verbreiten. (Ich will gar nicht wissen, wie das mit dem Herstellen funktioniert. Mit Blogger von höchsten Qualität. Warum soll gerade ICH da helfen?)

Der Inhalt, den wir jetzt schreiben, besteht aus Infografiken, interaktiven Spielen, Quiz und Artikel. Wir haben ein großes Unternehmensportfolio aus vielen Sektoren, von Freizeit und Einzelhandel zu Gesundheit und Autofahren. (Der Text wurde mit dem Google Translator übersetzt – oder? Check – der Absender kommt aus UK. Aber abgesehen davon: was hat das mit MIR zu tun? Weil ich so gut Autofahren kann?)

Sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie die Inhalte, die wir jetzt schreiben, sehen möchten, oder wenn Sie mehr Informationen wollen, über wie wir in der Zukunft mitarbeiten könnten. (Ähh – NEIN Danke! Was hab ich denn davon? Ich raffs nicht!)

Mit freundlichen Grüßen,
xxxx

Hätte die Dame in ihrer Muttersprache geschrieben, hätte ich vielleicht erahnen können, was genau jetzt der Plan ist. Aber so? Einfach peinlich! Und das von einer scheinbar großen Agentur. Und diese Mail hab ich sogar zweimal bekommen! Praktikantenfehler? Da fällt einem nix mehr ein.

Bitte liebe Agenturen, nehmt euch doch ein bisschen mehr Zeit und denkt Mal 5 Minuten nach, bevor ihr so eine Mail raushaut. Hier meine Tipps für die Ansprache von Bloggern:

  1. Relevante Blogs screenen. Wer passt zum Produkt / Kunden?
  2. Erstellen einer Top 10 – welche Blogger passen am besten?
  3. Nur die ersten fünf Blogger auf der Liste anschreiben. Das verhindert Massenmails (über die wir Blogger uns unterhalten) und im Zweifel zu viele Zusagen!
  4. Persönliche Ansprache!!!
  5. Sie oder Du? Einige Blogger bevorzugen das Sie, andere sind beim Du cool. Eine Gradwanderung.
  6. Erklären, wer man ist. (Falls Deutsch nicht Muttersprache ist, kann man das hier auch ganz einfach und ehrlich erwähnen – das macht sympathisch).
  7. Verweis auf einen Post des Bloggers, der auch zum Thema (Kunde / Produkt) passt. Bitte auf keinen Fall Nullnummern wie „das Blog ist übersichtlich gestaltet“ oder „das Blog ist informativ“ verwenden.
  8. Erklären, worum es bei der Kooperation geht (Produkt / Kunde).
  9. Was hat der Blogger von der Kooperation? Hier aufführen, ob es beispielsweise ein bezahlter Post ist oder etwas getestet und behalten werden darf etc.
  10. Kontaktmöglichkeiten und weitere Informationsquellen (Verlinkungen zum Produkt) anbieten.
  11. Falls es Absagen/keine Antworten gibt, weitere Blogger der Top 10 anschreiben.

Hab ich noch was vergessen?

Ich für meinen Teil sehe mein Blog als Hobby an und bin nicht drauf aus, damit auch Geld zu verdienen. Andere Blogger, die schon länger dabei sind, sind da sehr professionell (und wollen auch nicht mehr das x-te Kinderprodukt „for free“ im Schrank stehen haben). Also sollte man genau überlegen, welchem Blogger man welches Kooperationsangebot macht. Auch ein Produkttest ist sicherlich deplaziert, wenn der betreffende Blogger vier Posts vorher schon das Konkurrenzprodukt angepriesen hat.

Einfach Mal Zeit nehmen und sich mit den Themen beschäftigen. Damit wir Blogger von solchen Mails weitesgehenst verschont bleiben. Und ihr Agenturen und Social-Media-Abteilungen Erfolge vorweisen könnt. Viele machen es schon gut. Aber so eine Mail muss wirklich nicht sein.

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4 Gedanken zu “Die Sache mit den Kooperationen

  1. Frida Mercury

    Gnihihi… solche Mails sollte man öfters mal zerpflücken, was man da alles reinbekommt ist echt teilweise cool zu lesen. Ich mag ja auch gern das penetrant – gereizte Nachfragen wenn man nicht oder nicht schnell genug geantwortet hat (dabei antworten die Anfrager ja auch nicht mehr wenn ihnen die Antwort nicht gefallen hat).

    Liebe Grüße :-*

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