Krach-Kinder verboten! Ein Tag mit den Finsterers

Guten Tag! [Bitte den Text mit der “inneren Hitlerstimme” lesen, Danke]

Mein Name ist Finsterer, Alfons Finsterer. Ich wohne in einem Vorort – und in meiner Nachbarschaft wimmelt von lärmenden Kindern. Ein Skandal! Wenn ich das gewusst hätte, als ich vor 10 Jahren hier ins Neubaugebiet gezogen bin. Überall haben junge Menschen ihre Wohnstätten gebaut – und sich erdreistet, Kinder zu gebähren. Nicht auszudenken. Dieser Krach! Und ihre Brut, ja, die haben sie nicht unter Kontrolle. Die spielen auf dem Spielplatz, sogar nach 20 Uhr! Fuuurchtbar. Aber damit ist jetzt Schluss! Ich will Ruhe, jawoll.

Fundstück - dieses Schild hängt bei Opa in der Garage. Zum Spaß!
Fundstück – dieses Schild hängt bei Opa in der Garage. Zum Spaß!

Spät-Sommer, Neubaugebiet:

6:00 Uhr. Noch ist es ruhig. Bis die frühmorgendliche Stille von einem schreienden Baby jäh unterbrochen wird. Bei Finsterers gehen die Rolläden mit einem lauten “Ruuummms” nach unten.

7:00 Uhr. Die ersten Kinder machen sich auf den Schulweg. Man hört Lachen, leises Reden. Zu laut! Herr Finsterer wirft den Rasenmäher an. Jetzt wird zurückgelärmt!

8:00 Uhr. Ein Großteil der Ruhestörer ist in sozialen Einrichtungen, wo sie hoffentlich Zucht und Ordnung lernen. Bei Finsterers geht der Rolladen mit einam lauten Ruuumms wieder hoch.

9:00 Uhr. Die verbleibenden kleinen Kinder und Babys verlassen ihre Wohnstätten. In der Ferne Kinderweinen. Finsterers schauen aus dem Fenster – und Rrruuummmms.

10:00 Uhr. Einige Kinder fahren mit Bobbycar, Roller und Laufrad auf der Straße. Bei Finsterers muss jetzt ein Stück Holz im Garten zersägt werden. Elektrisch versteht sich.

11:00 Uhr. Einige Kinder laufen direkt an der Residenz-Finsterer vorbei. Ruuums. Herr Finsterer reißt die Balkontür auf und erklärt lautstark angrenzendes Terrain zum Natruschutzgebiet. Ruuums die zweite. Die Kinder laufen verstört nach Hause.

12:00 Uhr. Das kleine zweijährige Nachbarsmädchen ist aus dem eigenen Garten abgehauen und steuert auf den preisgekrönten Rasen der Finsterers zu. Und…. betritt ihn. “Ruuuumss” geht der Rolladen hoch. Herr Finsterer erklärt dem dazugehörigen Vater lautstark, das Kind müsse ja wohl lernen, anderer Leute Eigentum zu achten. Auch wenn dieser nicht umzäunt ist. Das Wort Hausfriedensbruch steht im Raum. Auch von Polizei ist die Rede. Das kleine Mädchen weint leise.

13:00 Uhr. Drei kleine achtjährige Jungen haben sich zum Fußballspielen auf einer angrenzenden Wiese getroffen. Nicht mit Herrn Finsterer. Auf ein Rolladen-Ruuuums ertönt ein “Mittagsruuuhe”. Außerdem wird mit Polizei gedroht, wenn der Ball auch nur die Hauswand berühre. Die drei Jungs gehen auf den Spielplatz. Ohne Ball.

14:00 Uhr. Ein Vierjähriger Junge geht am einem Gebüsch nahe des Finsterer-Grundstücks Beeren sammeln. Und findet einen kleines braunes Würfelchen. Es sieht ein bisschen wie ein ausgepackter Müsliriegel aus. Ruuumps. Erschrocken vom Lärm bringt der Junge es heim und zeigt es seinen Eltern. Der “Müsliriegel” stellt sich als Kiftköder für Ratten heraus.

15:00 Uhr. In einem benachbarten Garten ertönen Kinderspielgeräusche untermalt von leiser Radiomusik. Ruuuummmms “Ruuuuhee”. Man erklärt, dass man diese Musik nicht hören wolle.

16:00 Uhr. Ein sechsjähiges Mädchen klingelt bei den Nachbarn der Finsterers. Sie möchte sich dort Babykätzchen anschauen. Ruuuums. Das Fenster geht auf. Herr Finsterer weißt sie lautstark darauf hin, dass die Nachbarn nicht da seien. Das Mädchen klingelt trotzdem erneut. Herr Finsterer kommt zur Haustür und hält drohend einen Besen hoch. Das Mädchen geht ängstlich heim.

17:00 Uhr. In einem anderen benachbarten Garten treffen sich zwei Familien mit ihren Kindern zum Grillen. Bei Finsterers ruummmst es nun ganz gewaltig. Herr Finsterer ist außer sich und droht mit Polizei. Er kann bei diesem ohrenbetäubenden Krach schließlich nicht schlafen.

18:00 Uhr. In einem Nachbarshaus wird ein kleiner einjähriger Junge bettfertig gemacht. Unter lautem Geweine versteht sich. Zähneputzen ist nicht so sein Ding. Das weiß jedoch nicht Herr Finsterer. Der wählt gerade die Nummer vom Jugendamt.

19:00 Uhr. Langsam wird es dunkel. Bei den Nachbarn schräg-gegenüber brennt noch Licht auf dem Balkon. Herr Finsterer fühlt sich davon unzumutbar geblendet. Ruuumms. “Licht aus!”

20:00 Uhr. Im Neubaugebiet ist es nun recht still. Bis…bei Finsterers die Rolläden hoch rumsen. Die Fenster gehen auf. Es ertönt laute Rap-Musik. Nach 20 Uhr wird eben zurückgelärmt! Jawoll!

Viel Lärm um nichts. Alfons Finsterer ist zwischen 38 und 83 Jahren alt, verheiratet, kinderlos oder mit ein bis zwei (meist erwachsenen) Kindern. Er wohnt unter, neben oder über dir. Der Nachbar, der seine Ruhe haben will und eins schon mal gar nicht: lärmende Kinder.

ACHTUNG: Dieser Text ist Satire und spiegelt nicht meine wirkliche nachbarschaftliche Situation wieder, sondern ist ein Resumee aus allem, was ich so in meinem Leben erlebt, erzählt bekommen und gelesen habe. Und ein bisschen ist auch erfunden, könnte aber wahr sein. Ähnlichkeiten zu lebenden Personen sind natürlich rein zufällig. Und wer sich wiedererkennt – selbst Schuld.

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0 Kommentare

  1. Wie wundervoll beschrieben!!! Diese Finsterers gibt’s wirklich überall 😉!!! Unserer heißt Ethnobraut, wohnt direkt am Sportplatz und beschallt bei jedem Fußballtraining oder Turnier die Nachbarschaft mit Panflötenmusik!!! Leider nur mit einem Lied! Ich kann diesen Scheiß-Panflöten-Sound nicht mehr hören!!! Ich glaube ich muss der Ethnobraut mal ne neue CD schenken 😉!!!

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