Wo Licht ist, ist auch Schatten

Es ist Dezember. Der Winter liegt in der Luft, überall bunte Lichter und Dekorationen: eine fröhliche Vorweihnachtszeit. Doch zwischen all dem Plätzchenduft, der Vorfreude auf leuchtende Kinderaugen und den Geschenken sehe ich, wie das Ende des Jahres immer und unaufhaltsam näherrückt.

Schon wieder ein Jahr vorbei. Alles geht so schnell. So viel wollte ich doch dieses Jahr schaffen. So wenig ist passiert. Und mir wird irgendwie schwer ums Herz. Die grauen Gedanken klopfen an.

Es ist so dunkel. So kalt. Und mit dabei dieser Schatten auf meinem Herz, der Wunsch, dass nicht schon wieder das Ende des Jahres erreicht ist. Eines ganzen Jahres! Wie ging da so plötzlich vorbei? Habe ich das Jahr wirklich optimal ausgenutzt und gelebt? War ich eine gute Mutter, eine gute Frau und eine gute Freundin? War es ein gutes Jahr?

Ich habe das Gefühl, nicht alles gegeben zu haben. Und nun geht es mit Siebenmeilenstiefeln voran und die Tage ziehen blitzschnell vorüber. Die Zeit läuft ab. Es ist so viel zu tun, zu organisieren. Auf der Arbeit und daheim. Einkäufe, Weihnachtsfeiern, Geburtstage, Feiertage. Lachen mit schwerem Herzen. Und dann kommt er, der letzte Tag des Jahres. Mein persönliches Grauen.

Ich habe schon gar keine Erwartungen mehr an diesen Abend, den manche Menschen wie kein anderes Fest erwarten können. Für mich ist es der schlimmste Tag des Jahres. Am liebsten würde ich mir die Decke über den Kopf ziehen. Keiner sieht mich.

Ich kann nichts tun, als dieses Jahr vorüberziehen zu lassen. Und mit einem lauten Knall und höhnischem Feuerwerksleuchten fängt alles von vorne an. Der Wettlauf mit der Zeit, mit einem selbst. Alles zu geben, um ein gutes Jahr mitzugestalten.

Wie geht es euch am Ende des Jahres?

 

 

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7 Gedanken zu “Wo Licht ist, ist auch Schatten

  1. Frau_Pauls

    Liebe Marsha,
    ich verstehe Dich so gut. Es ist die Zeit..die rennt. Dieses Jahr fühle ich es irgendwie besonders. Das Kind ist groß und immer wenn ich einen Eurer wundervollen Posts lese, die über eine kunterbunte Vorweihnachtszeit mit den Kindern berichten werde ich ein bisschen wehmütiger. Habe ich es auch wirklich genossen, unsere Zeit? Habe ich dem Kind auch wirklich schöne Erinnerungen mitgegeben? Ich sollte die Zeit besser nutzen, als darüber zu sinnieren-wie es war. ich versuche es und dann…bin ich trotzdem müde und kaputt und möchte einfach nur auf s Sofa und nix tun, obwohl ich doch gestern noch so gute Vorsätze hatte. Und dann sitzt man Mittags mit den Kollegen zusammen und sagt, yeah heute ist schon Donnerstag und dann denkt man…aber es ist doch Mist, sich zu freuen das die Woche fast um ist… ich möchte doch immer mehr Zeit.
    Mehr Qualitätszeit hätte ich gerne und dann müssten die anderen auch noch Zeit haben, wenn ich welche habe.. es ist verflixt.
    Zu Weihnachten verschenken wir Erlebnisse dieses Jahr und hoffen auf eine schöne Zeit miteinander und schöne Erinnerungen die wir schaffen werden.
    Ich wünsche Dir Zeit, schöne Zeit, voller schöner Momente..mit tollen Erinnerungen!
    Liebe Grüße
    Kathrin

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  2. oh wei, jedes Jahr empfinde ich genau so wie Du. Jedes Jahr sehe ich wie sich die Menschen freuen auf Silvester. Ich sehe wie sie sich auf die Party des Jahres vorbereiten. Sich gegenseitig Nachrichten schicken. Ich sehe wie sie sich auf der Straße in den Armen liegen und bei mir kommt kaum dieses Empfinden von Freude auf…. Ein wunderbarer Text den ich schon lange im Kopf hatte, aber Du hast ihn so wunderbar in Worte fassen können – so wunderbar perfekt!

    Danke dafür.

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  3. Gedanke: Warum solltest Du „alles geben“ wollen oder müssen? Wenn Du alles gibst, was bleibt dann noch für Dich?

    Aber ich versteh Dich schon. Diese Feiertage am Ende des Jahres sind mit so vielen Erwartungen aufgeladen. Am Ende sind es komischerweise wir Frauen, die an den eigenen Ansprüchen, die so oft fremde Ansprüche sind, scheitern. Ich gehe mittlerweile mit ganz niedrigen Erwartungen in die Feiertage. So wenige Termine wie nur möglich, viel Yoga, viel simples Rumgammeln mit guter Musik. Mir hilft das.

    Und alles geben? Mag ich nicht mehr.

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  4. Pingback: happy new year! - Silvestergrüße zum verschenken | feierSun.de

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