Kindergartenfrei – nix für uns

Seit einiger Zeit lese ich immer öfter von Familien, die ihre Kinder nicht in den Kindergarten geben, sondern lieber zu Hause betreuen. Oft ist das eine ganz bewusste Entscheidung. Oder es hat sich einfach aus Mangel an kompetenten Einrichtungen oder Kindergartenplätzen ergeben. Wie auch immer, ich möchte hier keineswegs darüber urteilen. Jede Familie hat ihren eigenen Weg. Und jedes Kind ist anders.

Wie ihr vielleicht wisst, gehen meine zwei Jungs seitdem sie 15 Monate alt sind, in den Kindergarten bzw. die U3-Betreuung. Mittlerweile beide auch sehr gerne. Das hinterlässt natürlich auch ein gutes Gefühl bei mir: sie sind gut aufgehoben und fühlen sich wohl. Für mich wäre Kindergartenfrei einfach nichts. Und das habe ich die letzten zwei Tage wieder knallhart festgestellt. Denn unser Kindergarten war wegen Konzeptionstagen geschlossen (hier dramatische Musik denken).

Donnerstag: Allein aufs Klo wäre auch mal geil

Wir stehen um 7 Uhr auf, frühstücken und baden. Es ist schön, sich mal Zeit zu lassen. Auch wenn wir erst um 10 Uhr alle fertig angezogen sind. Ich schmeiße ne Ladung Wäsche in die Maschine und schlichte die ersten Streits. Dann versuche ich weniger erfolgreich einige wichtige Mails zu beantworten und werde alle 3 Minuten unterbrochen: “Der Rabauke hat…”, “Raabääääh”, “Mama, der hat mein …”, “Hiiiilf mir mal…”, “Mama, hol mal….”. Um 11:30 Uhr ist der Rabauko schon wahnsinnig müde und auf Krawall gebürstet. Ich schmeiße Minipizzas in den Ofen, denn zum Einkaufen bin ich natürlich nicht gekommen. Wir essen. Naja, der feine Herr und ich essen. Der Rabauko puhlt den Belag von den Pizzas.

Danach versuche ich unter Gezeter und Geschrei mit Kind am Bein meine Wäsche aufzuhängen. Und dann nichts wie ab zu Oma. Auf der Fahrt schläft der Rabauko und wird beim Oma einfach umgebettet. Nach 2 Stunden wecke ich ihn – wir wollen in den Wald. Frische Luft und so. Doch der Rabauko mag heute nicht laufen – und ich habe den Buggy nicht dabei. Däää däää! Aber Tragen bitte nur von mir. Sobald der Opa ihn nehmen will: ohrenbetäubendes Geschrei. Nach 40 Minuten Captain Schlepp auf der MS Marsha kann ich nicht mehr. Doch Monsieur Krawallo ist damit gar nicht einverstanden und brüllt den Wald so zusammen, dass sämtliche Eichhörnchen in der Umgebung vom Baum fallen.

Bevor wir noch von einer Horde Wildschweine wegen Ruhestörung verklagt werden, geht es zurück zu Oma. Und da ist alles wieder ok. Ich hab Rückenschmerzen und Muskelkater in den Armen. Nach dem Essen fahren wir heim. Unsere Bude sah auch mal ordentlicher aus.

Freitag: Am Ende der Nerven ist noch so viel Tag übrig

Am Freitag sind wir etwas früher unterwegs und ich schaffe es tatsächlich, mich ohne Zwischenfälle fertig zu machen. Doch kein Grund zur Freude: heute gibt es noch mehr Gestreite. Alle 5 Minuten ist einer am Brüllen. “Der Rabauke geht auf den Kratzbaum…”, “Der Rabauke hat mein Gebautes zerstört…”, “Der Rabauke kneift…”. HerrSjardinski mutiert zur Oberpetze und teilt ordentlich aus. Bevor meine Ohren vom Geschrei bluten, gehen wir einkaufen. Und wie ihr wisst, ist das ja nochmal so seine eigene Sportart für sich. Aber immerhin weiß ich woran ich bin. Heute bleibt es glücklicherweise bei nur einem “Nein, das kaufe ich nicht…”.

Zurück daheim muss ich wirklich mal die Küche aufräumen, alles verstauen und noch eine Ladung Wäsche machen. Und werde wieder alle 5 Minuten wegen Streitereien unterbrochen. Helfen mag mir übrigens keiner, stattdessen streitet man lieber gleich neben dem Wäscheständer und wirft sich mir vor die Füße. Yay. Ach ja, kochen muss ich auch noch (Backofenanschaltgeräusch).

Der Mittagsschlaf bringt eine kurze Schrei-Pause, in der ich mich dem feinen Herrn widmen kann. Der mag heute nicht zum Schwimmkurs. Oder doch? Kurz vorm Termin entscheidet er sich doch noch um. Zu spät. Tränen und Wutgebrüll. Wir fahren dann mal zur zweiten Oma. Und auch hier nur Gezeter.

Getrennte Vormittage tun uns gut

Diese zwei Tage waren anstrengender als alle anstrengenden Tage der letzten Wochen zusammen. Die Kinder waren einfach total unausgelastet und konnten keine Minute alleine spielen, obwohl sie das sonst auch nachmittags tun.

Wenn ich nicht so viel Hausarbeit nach meinen drei Arbeitstagen gehabt hätte, hätte ich die Vormittage auch definitiv anders gestaltet. Trotzdem bin ich einfach keine Bastelmama, die sich mit Geduld stundenlang mit den Kindern beschäftigt. Klar spiele ich auch zwischendrin – puzzele, male oder baue die Eisenbahn auf. Aber eben nur phasenweise.

Versteh mich nicht falsch, aber ich brauche einfach Zeit für mich, um mich in Ruhe um meine Aufgaben wie Hausarbeit, Einkauf und meinen Beruf zu kümmern. Um mich danach am Nachmittag ganz entspannt den Bedürfnissen meiner Jungs zu widmen. Die dann ja selbst schon einiges erlebt haben. Sie haben gespielt, gebastelt, gesungen, gestritten, sich vertragen und wieder gespielt.

Wir sind einfach alle viel ausgeglichener und zufriedener, wenn wir unsere Vormittage getrennt verbringen. Um uns dann auf einen gemeinsamen Nachmittag – mal mit, mal ohne Programm – freuen zu können.

Und daher Danke an alle Erzieherinnen. Und Chapeau an alle, die einen kindergartenfreien Alltag genießen können – wie macht ihr da bloß, ihr Heldinnen? Für uns wäre es wohl eher nichts.

Wie ist das bei euch? Gehen eure Kinder in den Kindergarten? Wie gestaltet ihr kinderfreie Tage?

 

 

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0 Kommentare

  1. Ich glaube es ist allgemein nicht gut, wenn man zu viel aufeinander sitzt. Geht mir aber auch mit dem Partner so, ist noch nichtmal ein Kinder-Ding 😀 Bei Selbstbetreuern die bis zur Schule oder Vorschule keinen Kindergarten nutzen, stelle ich mir den Übergang halt noch härter vor:

    Ich denke schon dass es sinnvoll ist die Kinder langsam an größere Gruppen zu gewöhnen. Und wenn dann später auch noch in dieser großen Gruppe von Schülern gelernt werden muss, erfordert das nochmal andere Kompetenzen. Kompetenzen die sie im Kindergarten lernen.

    Liebe Grüße
    Ella

  2. Es tut ja nicht nur dem eigenen Alltag gut sondern ist eine gute Vorbereitung auf die Schule. Sie lernen den sozialen Umgang in einem Verbund und dass es auch andere Autoritäten neben den Eltern gibt.

    • Ja, vor allem in der Gruppe. Da funktionieren manche Regeln einfach besser, weil alle anderen mitmachen.

      Was witzig ist: Mein Mann ist Kindergartenverweigerer gewesen und ich selbst bin erst mit 5 Jahren in einen gegangen (und fands toll).

  3. Ich bin auch vollkommen deiner Meinung. Die sozialen Kompetenzen werden trainiert, man lernt sich ganz anders zu verhalten außerhalb der Familie. Und ich liiiieeebe mein Büro Montagmorgens, in Ruhe einen Kaffee trinken, alleine auf Toilette gehen, etc. Meine Jungs lieben die Kita und Ihre Spielfreunde dort und nachmittags freuen wir uns aufeinander und können gemeinsam viel lachen, uns gegenseitig vom Tag berichten, etc. Einkaufen und Haushalt versuche ich auch so gut es geht zwischen der Stunde nach der Arbeit und vor der Kita zu machen.

  4. Nach meinem letzten Kitafreien Tag habe ich den Beitrag “Trotzig…Schwierig…oder mehr?” gepostet. Geht mir also wohl wie dir…

  5. Liebe MS Marsha, du sprichst mir (wieder mal) aus der Seele. Ich habe zwar nur ein Kind, den Frechdachs, aber der treibt mich ebenso in den Wahnsinn… Sonntags freue ich mich darauf, Montag wieder zur Arbeit gehen zu können…und der Frechdachs freut sich darauf, mit den anderen Kindern bei der Tagesmutter spielen zu können. Win-Win besser kann es nicht sein 🙂

  6. Haha! Da brauche ich eigentlich gar nichts dazu zu schreiben, denn bei uns ist es ganz genauso! Letzte Woche hatte ich Urlaub. Und zwar in zweierlei Hinsicht: keine Arbeit und die Kinder im Kindergarten! War das mal schön!

  7. Unsere sind in den Kindergarten gegangen. Allerdings die Große erst mit 3 und die beiden Kleineren mit 2 Jahren. Vorher war es mir wichtig, dass sie zuhause sind. Ich studiere von zuhause aus und kann meine Zeit frei einteilen.
    Kindergarten ist eine wichtige Institution. Die Kinder lernen dort so viele Dinge wie soziale Kompetenzen, Regeln, Warten und vor allem das Gruppenleben. Aber auch hier in einer fünfköpfigen Familie gibt es genau dieses auch. Feste Regeln helfen uns durch den Alltag und auch klare Aufgaben für alle Familienmitglieder.
    Jetzt sind alle Schulkinder und ich muss sagen, dass ich am Anfang sechs Wochen Sommerferien, nur ich und die Kinder, schon eine schreckliche Vorstellung fand. Doch man gewöhnt sich daran. Man entwickelt zusammen einen etwas anderen Alltag für die Ferienzeit und die letzten waren super. Sie haben gelernt sich selbst zu beschäftigen und auch zusammen zu spielen, aber auch zu streiten. Ich finde eine gute Streitkultur ja so wie so total wichtig.

    Vielleicht lag es auch bei euch an der Ausnahmesituation, dass man auf einmal aufeinander traf.

  8. Ist das traurig zu lesen ist wie genervt man von den eigenen Kindern sein kann. Wenn ich das als Kind später lesen würde, wäre ich enttäuscht von meinen Eltern .

    Wir haben 3 Jungs daheim. Fast 5,fast 3 und 3,5 Monate. Wir sind ein eingespieltes Team. Ich kann Wäsche aufhängen, einkaufen und spazieren gehen und gemütlich in lustiger Ruhe die Mahlzeiten einnehmen. Ach zum kochen komm ich auch 😉

    Aber so wie im Text oben habe ich noch nie gedacht über unsere Kids.

    • Gratulation – ist eben jeder anders. Und keine Sorge, meine Jungs werden schon drüber wegkommen, dass ihre Mama auch mal genervt war und sich wahrscheinlich köstlich über die vom Baum gefallenen Eichhörnchen amüsieren. Denn an normalen Tagen (ohne Gestreite und Geschrei) bin ich eigentlich eine ziemlich liebevolle, lustige und ehrliche Mama, die auch mal ihre Fehler eingesteht.

  9. Warum bekommen wir Kinder wenn uns schon 2 Tage zusammen mit ihnen zuviel sind?
    Unverständlich…

      • Ich lese ja sonst keine Mama Blogs, weil ich keine bin, aber manche Antworten hier sind ja wirklich sehr erstaunlich. Ohne Verständnis, obwohl sie anscheinend selber Mutter sind. Ich kann nur aus der Sicht einer Nicht-Mama sprechen: jeder ist mal genervt von seinen “Babies” (bei mir sind es Meerschweinchen). Und ich denke, es sollte heutzutage völlig in Ordnung sein, so etwas mal zu schreiben und zu äußern.

  10. 😅 Großartig. Kenne ich. Sehr gut sogar!
    LG
    Susanne

  11. Ich finde deinen Beitrag ziemlich traurig ehrlich gesagt. Du redest über deine Kinder, die du dir sicherlich von ganzem Herzen gewünscht hast, als wären sie eine einzige Belastung. Und das obwohl sie lediglich ZWEI !!!!!! Tage aus der Kita waren. Andersherum haben such deine Kinder innerlich sicher sehr darauf gefreut mal zwei Tage kitafrei zu haben und den Tag mit ihrer Mama verbringen zu können. Anstatt deine Kinder zu genießen, bist scheint es dich zu stören, dass sie Zuhause sind. Dass dein kleiner lieber zu dir auf den Arm will als zu dem Opa ist mir auch verständlich. Er will seine Zeit mit dir vollkommen ausnutzen. Deine Nähe spüren. Ich hasse auch diese Behauptungen, wie ich es in einigen Kommentaren lese, dass Kita ja wichtig ist, um soziale Kompetenzen zu erlernen . Als ob ein Kind ohne Kita diese nicht erlernt. Genauso, dass der Kindergarten wichtig ist, um die Kinder auf die Schule vorzubereiten. So ein Quatsch! Warum dann nicht gleich auch Säuglinge auf die Krippe vorbereiten? Am besten sein Kind direkt nach der Geburt in staatliche Obhut geben und es erst um 17 Uhr abholen um noch eine Stunde intensiv Zeit mit ihm zu verbringen und es dann anschließend ins Bett zu bringen. Ich finde es traurig zu lesen, wie manche Mütter ihre Kinder als Belastung sehen, die Kinder, sie sie sich ins Leben gerufen haben abzuschieben in Fremdbetreuung, weil sie ja so anstrengend sind. Es ist etwas anderes wenn man es finanziell nicht anders kann, aber so? Die Kinder spüren das auch . Was haben die Menschen bloß früher gemacht, als es noch keine Kindergärten gab? Wozu bringt man Kinder auf die Welt, wenn man sie lieber in staatlichen Institutionen sieht als selbst als Mama für sie da zu sein? Das gibt es nur bei den Menschen so ein befremdlich verhalten.

    • Schön… nichts hinzuzufügen!

    • Schade, dass du das in diese Momentaufnahme alles reininterpretierst. Ich finde jede Familie hat das Recht ihren eigenen Weg zu finden – denn jeder ist anders. Toleranz sollte da auf allen Seiten sein – ich lästere ja auch nicht über die Selbstbetreuer.

      • Der Kommentar von Alessia ist doch in keinster Weise “lästern”.
        Man müsste als Bloggerin schon selbstreflektiert mit Kritik umgehen können. Andernfalls wäre es besser in Foren und Netzwerken zu schreiben, in denen Gleichgesinnte aufeinander treffen.
        So jedenfalls regenerierst du keine neuen Leser…

        • Ist das so? Muss man sich alles gefallen lassen, nur weil man öffentlich eine Meinung vertritt? Der Kommentar von Alessia zielt darauf ab, dass es ihrer Meinung nach eine “Abschiebung ” der Kinder ist, wenn Familien sich entscheiden, diese (aus welchen Gründen auch immer) in Kitas oder zur Tagespflege geben. Damit unterstellt sie im Grunde allen diesen Eltern (eigentlich Müttern) Lieblosigkeit. Und sie überspitzt dies dann auch noch, indem sie ein Szenario ausmalt, in dem bereits Säuglinge am besten den ganzen Tag “outgesourct” werden. Als ob die Autorin genau das befürwortet hätte. Hat sie aber nicht. Das ist meiner Meinung nach übergriffig und absolut nicht konstruktiv. Konstruktive Kritik ist sicher ok, aber beim Thema Kita scheint es Pflicht zu sein, sofort emotional und voller Vorurteile zu reagieren. Übrigens auf beiden Seiten.

          Deswegen fand ich diesen Text so toll. Er urteilt nämlich nicht über Stay-at-home Moms, sondern stellt überspitzt zwei echte Scheiß-Tage dar, um die Leistung von Vollzeitmüttern und Erziehern zu honorieren.

          Wo kommen wir denn bitte hin, wenn nur immer alles Friede Freude Eierkuchen dargestellt wird? Jede junge Mutter muss Entscheidungen treffen, die ihr nicht immer leicht fallen. Wenn dann noch überall geschrieen wird, dass diese Entscheidung (egal wie sie ausfällt) falsch ist, erhöht sich der Druck immer weiter. Das kann schlimme Folgen haben.

          Deswegen: bitte akzeptiert doch einfach andere Lebensentwürfe, fragt nach den Hintergründen und argumentiert dann sachlich. Danke.

      • Oh doch Hannah. Alessia verurteilt alle Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten geben. Zusammenfassung: Diese Eltern schieben ihre Kinder ab, sie verhalten sich befremdlich. Ach ja – nein – die, die arbeiten MÜSSEN – bei denen ist es ok. Da müssen die armen armen Kinder eben notgedrungen in die Betreuung.

        Ich als Bloggerin, Mutter, Mensch kann sehr wohl mit konstruktiver Kritik umgehen. Dieser Kommentar ist das aber nicht. Er wäre es, wenn 80% verurteilende Spitzen draus gestrichen wären. Wenn da stände “Hey, schade, dass du einen anstrengenden Tag hattest. Vielleicht hättest du ja einfach die Hausarbeit sein lassen sollen. Deine Kinder wollte Zeit mit dir und haben durch das Gestreite auf sich aufmerksam gemacht”. Oder “du hättest ja mal xy machen können”. Aber so?

        So ein Gehetze und Verurteilen von Eltern, die eben einen anderen Alltag leben, mag ich nicht. Weder in die eine, noch in die andere Richtung. Genau solche Menschen trollen in Foren rum und schimpfen auf alle, die andere Ansichten haben.

        Ob Vollzeitmutter, Teilzeitmutter oder Karrierefrau – jeder Weg hat eine Berechtigung, solange es allen dabei gut geht. So ein bisschen Toleranz erwarte ich daher auch von meinen Lesern. Und daher bin ich nicht böse, wenn Leser, die einfach nur schlecht machen können, nur einmal in meinem Blog vorbeischauen.

        Ich lad ja auch niemanden zum zweiten Mal zu mir nach Hause ein, der mir auf den Teppich kackt und sich dann noch beschwert, ich sei unordentlich 😉 Mal ganz überspitzt gesagt. 😛

    • Ehrlich! Ihr ernst?
      Was haben sie früher gemacht.. mal überlegen. Das sind Kinder sich selbst überlassen, von Verwandten oder älteren Geschwistern betreut worden! Man sagt nicht umsonst: “um ein Kind groß zu ziehen braucht es ein ganzes Dorf”.
      Und ja, ich war mit einem Jahr in der Krippe. Mein Sohn ist mit 2 1/2 in die Kita und wir sind alle glücklich und gesund.
      Keine Schäden! Letztens meine der Kinderarzt sogar das mein Sohn sehr viel Urvertrauen hat. Wie das zustande kam, wenn er doch in der von dir als schädlich bezeichneten Fremdbetreuung ist… Seltsam!
      Zudem sollte man den Bericht mal NEUTRAL lesen. Sie schrieb nirgendwo das sie ihre Kinder hasst oder bereut sie bekommen zu haben.
      Jeder Mensch ist mal genervt. Von Erwachsenen wie von Kindern. Es ist MENSCHLICH!
      Wenn sie das nicht kennen, frage ich mich wie ehrlich sie zu sich selbst sind!

  12. Ohje, ich habe mir schon bei der Überschrift gedacht: jetzt geht diese Diskussion wieder los. Ich bin ganz bei Dir, was den Kindergarten angeht.

    An alle, die mit der “warum kriegt man dann Kinder” – Keule um sich schwingen: der Text ist eine Verbeugung vor Familien, die ihre Kinder zu Hause erziehen und auch vor den Erziehern in den Kitas. Jede Familie ist anders, wenn es Mama und Papa gut geht, geht es auch den Kindern gut. Und sie hat doch das Recht zu sagen, wow das war anstrengend, ohne, dass sie den Kindern weniger Nähe zugesteht.

    “Früher” gab es übrigens Ammen oder die Kinder sind in viel größeren Gemeinschaften aufgewachsen, da waren die Mütter auch nicht immer präsent.

    Ich persönlich finde solche Artikel wichtig, weil sie zeigen, dass es eben jede Mutter anders macht. Und das ist auch ok so. Anfeindungen und Vorwürfe sind da völlig fehl am Platz.

    In dem Sinne: eine schöne Restwoche.

  13. Wir sind eine kindergartenfreie Familie mit zwei Kindern unter vier. Auch wenn unser Alltag an das Kindergartenfreisein angepasst ist, haben auch wir solche Gagatage an denen (gefüllt) nur Gebrüll ist und die Kinder und ich uns gegenseitig in unserem Gefühl hochschaukeln. Oh ja, darüber könnte ich auch überspitzt und ironisch schreiben. 😜 Gerade mit unter Dreijährigen sollte man sich am besten nichts vornehmen (a la “nach dem Frühstück arbeite ich noch eine halbe Stunde an der Einleitung meiner Abschlussarbeit” oder “wenn ich meine Kaffee ausgetrunken habe wische ich die Wohnung” oder “vor dem Mittagessen rufe ich bei der Telekom an”), dann ist man entspannter weil man nicht permanent das Gefühl hat nichts geschafft zu haben. 😆 Das (Un-)Entspanntsein überträgt sich dann aufs Kind: 👍 bzw 👎.

  14. […] im Allgemeinen frage ich mich mal wieder, ob ich denn so richtig bin mit dem wie ich als Mama bin. Als ich den Beitrag von meiner lieben Marsha las, dass 2 Tage Kindergartenfrei echt hart für Sie wa…, da stimmte ich ihr zu obwohl ich mit einer KiTa ja bekanntermaßen bis jetzt wenig gute […]

  15. Ich verstehe dich sehr gut. Es gibt Tage, da möchte ich die Maus an die Wand tackern… Und ich merke, dass wir auch an den Wochenenden in Chaos geraten, wenn wir zu viel erledigen müssen. .. manchmal geht es einfach nicht mit Kind. Ich freue mich immer aufs Büro, wenn ich ein bisschen durchatmen kann, aber auch aufs Heim kommen, wenn ich die Maus abholen kann. Es ist die Mischung, die gut für uns ist. Bin auch mehr der Kuschel Mama Typ. Ich hasse basteln und kann Rollenspiel auch nichts abgewinnen.. das macht es schwierig… Dann sind da noch die Ansprüche an eine saubere Wohnung und Hach… Die Kita ist einfach eine große Entlastung und das beste: mein Kind ist überglücklich. Sie hat viele Freunde, viele Spieldates und ist sehr beliebt. Ihr geht es gut, sie ist glücklich. Da bin ich es auch 🙂 Kopf hoch. Lass dich von den Trollen nicht ärgern. Jeder findet seinen Stil. Und echt: mein Kind kotzt mich manchmal sogar richtig an. Man darf sehr wohl genervt sein. Ich bin Mensch, kein Roboter.

  16. Puh. Rundum sehr deutsch, die Kommentare. Inklusive des Einfach-mal-Austeilens und Unterstellens, “Kind-Weggeben” schade dem Kind und sei egoistisch.
    Tja, unsere beiden Kinder sind mit 8 Monaten in die Kita gekommen. Ganztags und zwar nicht die deutsche Variante.
    Unglaublich, nicht wahr? Wie können sie nur? Tja, wir können und wollen. Übrigens war das vor 70-80 Jahren auch nicht so, als hätte Mutti stets händchenhaltend neben dem Kinde gesessen wie heute, sondern da haben die unterschiedlichsten Menschen (Verwandte, Haushälterin, Kindermädchen) mit angepackt.
    Und ich rate mal zum Blick über den Tellerrand oder die Grenze, in die Nachbarländer, ob Dänemark oder Niederlande oder Belgien oder oder oder. Das zeigt, welche Wege es noch alle gibt, mit Kindern zu leben.

    Danke der BLogautorin für den ehrlichen Text. Die Kommentare sind unverdient.

    • Danke dir – ich denke jeder ist anders und jedes Kind ist anders. Dass es andere eben anders machen – und dass das Beste ist – würe ich nie bezweifeln. Nur ist das Beste eben für jeden etwas vollkommen Individuelles. Schade, dass manche das nicht sehen können. Und einen dann auch noch bashen.

  17. Meine beide Kinder (2 und 4 Jahre) besuchen keinen Kindergarten und wurden auch noch nie frembetreut.
    Um meiner älteren Tochter dennoch nichts vorzuenthalten, hatten wir sie für diesen Sommer in einer Einrichtung angemeldet, das ganze allerdings schon in der Eingewöhnung auf ihren Wunsch hin abgebrochen und gekündigt. Für sie war das die einzig richtige Entscheidung. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Kindergärten, es gibt bestimmt viele Kinder die ab einem gewissen Alter gerne dorthin gehen ABER ich bin mittlerweile auch davon überzeugt, dass es für einige Kinder besser wäre keinen zu besuchen. Meine Tochter ist ein sehr sensibles Kind, das keinerlei Freude an großen und lauten Gruppen empfindet und dort sehr schnell untergehen und still leiden würde. Gerade diese Kinder haben es in Einrichtungen sehr schwer und sind überfordert.
    Immer wieder werde ich entsetzt gefragt, ob ich keine Angst hätte das mein Kind nicht sozialisiert würde oder vor dem harten Übergang von Zuhause in die Schule. Ich denke Pflichten und Druck fangen viel zu früh an und ich freue mich, wenn ich meine Kinder solange wie möglich davor bewahren kann. Auch kann ein Schulkind mit Sicherheit besser mit Trennungen oder Sticheleien anderer Kinder umgehen als ein Kleinkind. Ich würde mir wünschen, das viel mehr Eltern genauer hinsehen, ob der Kindergarten auch zu ihrem Kind passt und sich ggf. auch trauen einen anderen Weg zu gehen. Ich bin seit über 4 Jahren nun Zuhause und kann mir nichts schöneres vorstellen als mit meinen Kindern zusammen zu sein (trotz voherigem erfüllendem Job). Natürlich ist es manchmal anstrengend, ich habe meine Kinder trotzdem bis heute immer nur als Bereicherung erlebt und genieße jeden Tag.

    • Liebe Andrea, schade, dass es mit dem Kindergarten nicht geklappt hat. Ich denke wie du, dass es Kinder gibt, für die das nichts ist. Mein Mann war selbst so einer 😉 Aber ob mit oder ohne Kindergarten glaube ich nicht, dass Kinder irgendwas “nicht lernen” oder “verpassen”.

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