Warum der Muttertag mehr als Blumen ist #Muttertagswunsch

Vielleicht ist euer Spam-Postfach auch schon so voll wie meins von all der Werbung für Blumen und Gedöns? Denn nächsten Sonntag ist Muttertag. Der Tag der Blumenindustrie. Der Tag, an dem Mamas überall hungrig in den Federn dösen dürfen, bis sie Frühstück ans Bett gebracht und Selbstgebasteltes geschenkt bekommen. Yeay!

Ok, Ausschlafen und Geschenke nehm ich gerne, vor allem wenn es als liebevolle Wertschätzung gedacht ist. Aber wisst ihr, was sich Mamas wirklich wünschen? Echte Anerkennung von der Gesellschaft und Gleichberechtigung. Und natürlich auch ein familien- und kinderfreundliches Umfeld, das es uns erleichtert, unseren Job als Mamas zu meistern. Und dazu noch den Job, den man vielleicht noch zum Brötchen verdienen macht.

Ich habe euch daher meine Muttertagswünsche zusammengefasst:

Keine willkürlichen Betreuungsgebühren

Die deutschlandweite Willkür der Kindergartengebühren geht mir schon seit längerer Zeit auf den Docht. Warum ist das Sache der Kommunen? Warum zum Geier gibt der Bund hier seine Pflicht ab? Für mich gehört Kindergarten und Vorschule zur frühkindlichen Bildung und jeder, der dies für sein Kind wünscht, sollte es auch ermöglicht bekommen.

Denn mal ehrlich, manche Familien zahlen bis zu 600 Euro für einen Kita-Platz! Während also in einigen Kommunen Deutschlands der komplette Verdienst einer Teilzeitstelle für die Betreuung eines Kindes draufgeht, sind in anderen Orten keine oder nur geringste Gebühren fällig. Das ist nicht nur ungerecht. Das. Ist. Scheiße. Wie soll man da einen Hauch von finanzieller Unabhängigkeit spüren, geschweige denn für seine Altersvorsorge aufkommen?

Kostenlose Ganztagsschule

Und dann denkt man, mit der Einschulung hat man den Gebührenscheiß von der Backe. Aber nein. Die “Ganztagsschule” ist auch nicht überall kostenlos. Ganz und gar nicht. Wir Mütter! dürfen froh und dankbar sein, dass sie überhaupt angeboten wird. Und dazu auch gleich nochmal kräftig in die Tasche greifen. Bei uns bis zu 200 Euro monatlich für ein Kind, damit es überhaupt möglich ist, dass auch das zweite Elternteil arbeiten gehen kann. Raus aus der Teilzeitfalle geht so jedenfalls kaum.

Besserer Ausbildung und Vergütung der Erzieher

Von der Qualität der Betreuung mal ganz abgesehen. Denn professionelle Erzieher sind sowas von rar. So rar, dass jede Einrichtung weit und breit personell unterbesetzt ist. Zum Leid der Kinder, denn die vorhandenen Erzieher sind gestresst und müssen Mehrarbeit leisten.

Warum ist das so? Weil allein der Weg der Ausbildung sowas von unattraktiv ist. Fünf Jahre lang müssen zukünftige Erzieher und Erzieherinnen die Schulbank drücken bzw. sich mit Praktika durchschlagen. Und das in Verbindung mit hohen Schulkosten, nur damit man am Ende einen der anstrengendsten und schlechtbezahltesten Jobs ausüben darf. Woohooo.

Kein Wunder also, dass der dringend benötigte Erzieher-Nachwuchs ausbleibt. Ich würde mir wünschen, dass die Berufsausbildung der Erzieher nachhaltig reformiert wird – als duales Ausbildungssystem oder berufsbezogenes Studium. Und am Ende auch finanziell gewürdigt wird. Für unsere Kinder!

Steuerliche Vorteile für alle Familien

Und warum ist eigentlich immer noch die Ehe steuerlich begünstigt? Warum Vorteile an kinderlose Doppelverdiener verschenken, während all die Alleinerziehenden, Regenbogen- und Patchworkfamilien sowie unverheirateten Eltern in die Röhre schauen? Familien, die genauso viel Steuern zahlen müssen wie ein kinderloser Alleinverdiener!

Ich wünsche mir, dass es steuerliche Vorteile für Familien gibt – egal wie sie sich zusammensetzen. Dass Haushalte mit Kindern für den Staat an oberster Stelle stehen. Und nicht verheiratete Paare. Und so die Existenz von allen Kindern gleichermaßen gesichert ist, egal wie sie aufwachsen.

Die Aktion #Muttertagswunsch von Annette Loers vom Blog mutterseelesonnig, Lisa Ortgies, Julia Schmidt-Jorztig und Susanne Garsoffky von Family unplugged, Sonja vom Mama Notes Blog, Frau TV vom WDR, der Online Redaktion von Eltern und Christine Finke von Mama arbeitet geht in die zweite Runde. Mit den Muttertagswünschen soll gezeigt werden, dass sich etwas an unserer Familienpolitik ändern muss. Deshalb werden alle Wünsche gesammelt an das Familienministerium übergeben.

Ich hoffe das war jetzt nicht alles zu wirr, denn eigentlich müsste ich für jedes Thema einen eigenen Blogtext schreiben. Weil es so so wichtig ist. Ich hoffe ihr versteht trotzdem was ich meine. So ihr lieben Power-Mamas, was wünscht ihr euch denn zum Muttertag?

Auf dem Foto seht ihr mich übrigens als Kind mit meiner Mama 😀

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4 Kommentare

  1. […] Meine Lieblingsinspiration diese Woche kam von vielen meiner Bloggerkolleginnen. Die Aktion #Muttertagswunsch von Annette Loers vom Blog mutterseelesonnig, Lisa Ortgies, Julia Schmidt-Jorztig und Susanne Garsoffky von Family unplugged, Sonja vom Mama Notes Blog, Frau TV vom WDR, der Online Redaktion von Eltern und Christine Finke von Mama arbeitet geht nämlich in die zweite Runde. Mit den Muttertagswünschen soll gezeigt werden, dass sich etwas an unserer Familienpolitik ändern muss. Deshalb werden alle Wünsche gesammelt an das Familienministerium übergeben. Und ich habe mir auch ein paar Gedanken gemacht. […]

  2. […] Die Beiträge von diesen zwei Bloggerinnen spricht auch mir aus der Seele, schaut Euch diese doch mal an: Mutter & Söhnchen / FrauMutter […]

  3. Ich wünsche mir, dass ich mein Kind am Muttertag sehen darf.

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