
Was wäre, wenn du plötzlich aus deinem kleinen, beengten Leben herausgeholt wirst und in eine Stadt über den Wolken ziehst, die voller Möglichkeiten zu stecken scheint? Und dir dort bald Flügel wachsen werden und du frei im Wind dahingleiten kannst? Genau das passiert der fast zwölfjährigen Astrid, die herausfindet, dass sie eine Librae ist, ein Mensch mit Flügeln. In Starminster, der Schule über London, soll sie das Fliegen lernen. Doch stattdessen macht sie sich auf die Spur von verschwundenen Kindern und lüftet ein düsteres Geheimnis. „Starminster – Stadt in den Wolken“ von Megan Hopkins ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie ab 11 Jahren.

Darum geht´s in Starminster – Stadt in den Wolken
Astrid hat ihr ganzes Leben in einem kleinen, abgeschlossenen Schuppen verbracht. Ihre Mutter versteckte sie dort aus Angst vor der Welt. Als eine mysteriöse Frau mit Flügeln sie auf die Schule Starminster hoch oben in Überlondon bringt, beginnt ein neues Leben – sie soll selbst fliegen lernen. Inmitten von Mitternachtsunterricht und Himmelsgärten stößt sie auf ein beunruhigendes Geheimnis: Kinder verschwinden – und Astrids Mutter scheint mehr über diese Welt zu wissen, als sie erzählt hat.
„Kinder schlafen tagsüber, weil Starminster den Librae nur nachts zur Verfügung steht“, sagt Mrs Wairi. „Alle anderen haben einen normalen Tagesrhythmus.“
„Also haben nachts die Kinder das Sagen,“ meinte Astrid.
„So ist es nicht, aber sicher würden die Kinder das gerne glauben.“ Mrs Wairi lächelte gequält.
Starminster – Stadt in den Wolken, Seite 51

Wolken, Wind und Freiheit – Mitternachtsunterricht und ein düsteres Geheimnis
Dass Kindern irgendwann „Flügel wachsen“ und sie damit „flügge“ werden, ist eigentlich nur metaphorisch gemeint. Doch in dieser Geschichte kann man es wortwörtlich nehmen. Denn Menschen wie Astrid, sogenannten Librae, wachsen Flügel. Allein das und der Gedanke an eine magische Stadt über London hat mich sehr neugierig gemacht. Und wie schön ist das Cover und der wundervolle Farbschnitt, bitte?
Doch die Geschichte beginnt ziemlich düster. Astrid hat noch nie die Welt außerhalb ihres Rhabarberschuppens kennengelernt, weil ihre Mutter sie dort ihr ganzes Leben lang eingesperrt und auch jede Flucht vereitelt hat. Die Motive dafür werden zwar im Laufe der Erzählung klarer, aber ehrlich gesagt fand ich es sehr fragwürdig, dass das Einsperren und Isolieren eines Kindes mit „Sicherheit“ gerechtfertigt wird. Als Astrid befreit (oder eher entführt) und nach Starminster gebracht wird, hat sie zum ersten Mal Kontakt zu Gleichaltrigen und kann sich relativ frei bewegen. Gemeinsam mit Astrid lernen wir die Stadt über London und ihren Zauber kennen. Wobei mich auch hier die Handlungen aller Erwachsenen nicht überzeugen konnten: Es gibt strenge Regeln in Überlondon, eine Hirarchie und nicht jeder ist dort willkommen. Kinder ohne Flügel werden diskriminiert, gemaßregelt, bestraft und isoliert. Und dann wären da auch noch die verschwunden Kinder, die – Überraschung! – wieder aus einem sehr seltsamen Motiv entführt und gefoltert werden sollen. Nicht immer wird dabei klar gemacht, dass so ein Verhalten eigentlich nicht in Ordnung ist. Das fand ich sehr schade – und auch etwas im Hinblick auf das Lesealter verstörend.
Fragwürdige Motive der Erwachsenen Charaktere
Oft hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass mir Orte, Situationen, Lösungen oder Motive nicht detailliert genug beschrieben wurden. So konnte ich mich sowohl weder in Astrid noch in die Nebencharaktere hineinversetzen; einige Figuren blieben sogar ganz blass oder mir völlig unsympathisch. Auch hat es mich sehr gestört, dass die Librae nicht einmal selbst wissen, wie sie entstehen und warum sie überhaupt existieren. Sicherlich soll dies die Spannung aufrechterhalten, denn ich bin sicher, dass Astrid das Rätsel in den nächsten Bänden noch lösen wird. Dadurch fehlte mir allerdings etwas das Magische und – ehrlich gesagt, fand ich dieses Detail auch sehr unglaubwürdig.
Alles in Allem finde ich die Idee von geflügelten fliegenden Menschen und Starminster toll, die Umsetzung und der Schreibstil haben mir aber nicht gefallen.

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Starminster 1 – Stadt in den Wolken *Affiliate-Link
- Autorin: Megan Hopkins
- Übersetzerin: Petra Knese
- Seiten: 248
- Verlag: Beltz & Gelberg
- ISBN-13: 978-3407790330
- Altersempfehlung: ab 11 Jahren
- Preis: 16,- €
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