Wieviel Süßes darf´s denn sein?

Heute hat der Rabauke nach drei Tellern Kürbis-Karoffelsuppe noch einen Nachtisch verlangt. Einen Fruchtzwerg. Ich weiß, dass ist purer Zucker, der Alptraum aller Ernährungswissenschaftler, ungesund, der Teufel wird uns holen und sowieso. Gnäh.

Tja, was soll ich sagen: Es blieb nicht bei EINEM Fruchtwerg. Insgesamt aß der kleine Kerl drei Zwerge. Drei! Und danach noch zwei Kuhflecken-Puddings hinterher. Zuckerschock let´s go!

Kurz hab ich überlegt, ob das jetzt zuviel Nachtisch ist. Und kam zu dem Schluß, dass, solange die Kinder ihre Hauptmahlzeiten wahrnehmen und sich nicht an süßem Zeug satt essen, das als Ausnahme total ok ist. Solange nicht jeden Tag 5 süße Puddings gegessen werden – von mir aus.

Hilfe! Angriff der Zuckerzombies

Ich selbst durfe als Kind auch immer an die Süßigkeiten Schublade und mir soviel nehmen wie ich wollte. Nach dem Essen, ist klar. An manchen Tagen war das mehr, an andern weniger. Und oft mochte ich auch gar nichts Süßes. Im Gegensatz zu anderen Kindern in meinem Umfeld. Besuchskindern. Die mir meine Marzipankartoffeln, -brote, -würste und mein -obst aus dem geliebten Kaufladen wegfraßen. Das olle ranzige Zeug, mit dem ich seit Jahren! spielte, weil ich es viel zu hübsch zum Essen fand. Und wisst ihr warum das trotzdem schmeckte? Weil diese Kinder daheim nix Süßes bekamen.

Kinder, die nur in den Ferien Nutella essen durften, es sich dann aber 5 cm dick auf´s Brot schmierten. Die nach jedem Smartie gierten wie ein Fixer nach dem nächsten Schuss. Die kollabierten, wenn es mal ein Eis gab und dann natürlich total aufgdreht waren. Ganz ehrlich, solche Zuckerzombies will ich auch heute echt nicht daheim haben.

Nö! Ich mag meine Schoko nicht heimlich auf dem Klo essen

Ich verstehe auch die Argumente nicht ganz, warum Kindern Süßes so lange wie möglich vorenthalten werden sollte. Warum? Nur damit man dann als elterliches Vorbild heimlich den Schokoriegel auf dem Klo essen muss? Damit der Nachwuchs dann erst im Kindergartenalter richtig geil auf Zucker wird und die Süßigkeit nicht als etwas Alltägliches kennen lernt? Dann lebe ich doch lieber meinen Kindern ein gesundes Maß im Umgang mit Süßem vor.

Vor kurzem bin ich auf einen Blogpost von Wiebke gestoßen, in dem sie eine Naschbox vorstellt. Kurz erklärt: Diese Box wird am Anfang der Woche gefüllt und das Kind muss sich die süßen Leckereien selbst einteilen. Erst nach einer Woche wird aufgefüllt. Selbst bestimmtes Naschen sozusagen, nur rationiert. Und ist die Box leer – tja, dann Pech gehabt, Keule

Ist das Lust auf Süßes oder doch Hunger?

Ich finde diese Idee nicht schlecht, allerdings kann man damit wiederum Gefahr laufen, dass sich das Kind ne Tonne Gummibärchen vorm Essen reindengelt und dann beim Abendbrot – wie die bekannte nimmersatte Raupe – am Tisch rumlurcht. Dann gewähre ich doch lieber freien Zugang auf den Familien-Nasch-Pool (der übringes auch nur einmal die Woche aufgefüllt wird). Klar bin ich dann auch mal der Bad Cop, der ab und an „Nein“ sagt und auf die geplante Hauptmahlzeit oder ein Obst als Snack verweist. Denn richtiger Hunger sollte mit Naschkram nicht gestillt werden.

Vielleicht mache ich es mir ja auch selbst ziemlich einfach, aber meine Jungs essen gerne süß und an manchen Tagen nicht nur ein Eis, sondern vielleicht auch zwei. Oder drei Fruchtzwerge und zwei Schokopuddings.

Wie handhabt das Thema Süßigkeiten? Welche Regeln gibt es bei euch? Oder dürfen eure Kids gar nichts Süßes essen? Und wenn ja, aus welchen Gründen?

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30 Kommentare

  1. Ich rationiere stark und merke genau das, was du beschreibst: mein Sohn stürzt sich auf Süßes, wenn er mal randarf. Ich sehe keine Veranlassung, dass um 16 Uhr – nach dem Nachmittagssnack – noch Süßes gegessen werden muss.

    Aber vielleicht hast du recht und er würde nicht mehr so gierig sein? Ich weiß es nicht. Habe es noch nicht versucht. Ich möchte auch nicht, dass der Kleine so früh so viel isst. Vor allem, wo ich gerade „voll verzuckert“ lese – Zucker schadet. Bin da sehr zwiegespalten. Ich finde Zucker sehr, sehr schlecht. Und finde selbst zu viel Eis pro Woche schlecht.

    Schrieb sie, nachdem Sie Kakao und Kuchen zum Frühstück trank und aß. *seufz*
    Wie du merkst, weiß ich wirklich nicht, wie ich damit umgehen soll.

    • Haha – ja, Zucker ist nicht toll. Vor allem wenn er versteckt ist. Der ist ja überall drin. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, mir wäre das permanente Rationieren zu anstrengend. Patentrezept hab ich also auch noch nicht 😉

  2. Hmmm wirklich interessant. Eigentlich wollten wir unsere Maus auch so bis zum Kindergarten Süßigkeitenlos ernähren und erziehen. Aber dein Text regt mich gerade zum nachdenken an. Denn erstens will ich auch keinen Zuckerzombie und zweitens meine Süßigkeiten nicht heimlich essen. Vielleicht dann doch lieber in Maßen?!

    • Das Schwierige ist ja bei der ganzen Sache, dass man das „Zuckerfreie“ kaum durchziehen kann. In jemadem Geschäft bekommen die Kids mal hier ein Traubenzucker, mal da ein Hummibärchen zugesteckt. Zack, so schnell kannste gar nicht handeln. Allerdings sind meine Jungs am schärfsten auf die Gelbwurstscheibe an der Wusttheke 😛

      • 😂😂😂 meine Maus ist auch total die Fleischfresserin und das mit ihren erst 8 Monaten 🙈 und mit dem Zustecken hast du echt recht. Ich bekomme ja teilweise Süßigkeiten, quasi stellvertretend für mein „doch noch zu kleines“ Baby 😅

    • Ich kann Dir nur empfehlen, erziehe Deine Kinder zuckerfrei solange es geht. Wenn sie irgendwann ankommen und fragen, kannst Du es immer noch erlauben. Mein Sohn ist 3,5 und isst fast nie was Süßes. Er ist ein glücklicher Junge, der zu Geburtstagen Kuchen isst und ansonsten eben nix. Und er kein Zuckerjunkie der bei Kindergeburtstagen durchdreht und 10 Cupcakes isst;) Das sehe ich nur bei den Kindern, die eh oft und viel Kuchen essen.

  3. Ich kann und möchte deinem Artikel NIX hinzufügen! Genauso wie du das schreibst, wird es auch bei uns gehandhabt! Bei uns ist die Süßigkeiten Schublade immer gefüllt und der Große (4,5 J.) weiß natürlich ganz genau, wo er was leckeres findet. ABER er fragt immer! Und zwar für jedes einzelne Gummibärchen (übertrieben gesagt! 😉 und wenn ich irgendwann Schluss sage, gibt’s auch meistens kein Gemecker! Wenn wir ins Café gehen, sucht er sich lieber ein Käsebrötchen anstatt einen Kuchen aus.
    Der Kleine (15 Monate) bekommt hin und wieder mal ein Gummibärchen vom Großen und das ist für mich auch in Ordnung!
    Bei Freunden von uns gibt es einen (oder mehrere?) zuckerfreien Vormittag. Das bedeutet aber nur, dass die Kinder sich halt nachmittags auf die Süßigkeiten stürzen. Irgendwie auch nicht das Wahre!
    Ich finde es muss in Maßen und nicht in Massen sein!

  4. Ich finde das Thema auch echt schwierig. Wir haben es bis zum Kindergarten geschafft, dass es nur bei Oma Süßigkeiten gibt. Jetzt hat sie ein kleines Döschen mit Smarties und Gummibärchen dass sie sich selbst einteilen darf. Obwohl wir es nicht dazu gesagt haben, frägt sie aber bevor sie was nimmt. Und die Dose reicht Wochenlang. Also so viel wird da nicht davon gegessen. Sie darf allerdings wenn sie was geschenkt bekommt. Apotheke usw. das gleich essen. Also alles recht unkompliziert und wenig. Aber wenn unsere Kleine die Gelegenheit bekommt, sprich Geburtstag usw. dann wird sie zu besagten Zucker Zombie. Und ißt so viel dass ich mir denke ihr wird bestimmt jeden Moment schlecht. Das finde ich dann auch nicht schön. Hab aber keine Lösung wie man das zu Hause besser hin bekommt.

  5. Auf jeden Fall ein schwieriges Thema! Ich weis von mir selber, dass ich als Kind wirklich alles an süßem gegessen hätte und habe, was mir in die Finger gekommen ist. Und obwohl das zuhause nicht so streng gehandhabt wurde, hatten Außenstehende bestimmt das Gefühl, dass ich dort nichts bekommen… Ich wünsche mir heute tatsächlich manchmal, dass meine Eltern da mehr drauf geachtet hätten, denn alles hat seine Folgen. Mein Fazit: ich glaube nicht, dass es nur darauf ankommt ob ein Kind zuhause süßes bekommt oder nicht, sondern das Kinder auch verschieden stark darauf reagieren. Das sollte man wahrscheinlich in den Umgang mit süßem einbeziehen. Und auch hier ist es glaube ich zu kurz gegriffen, wenn wir allein die Eltern für das Verhalten der Kinder verantwortlich machen.

  6. Ich finde diese aktuelle mütterliche Getue um den bösen, bösen zucker auch dämlich. Mein Baby ist 8 Monte alt und darf auch mal einen Teelöffel fruchtjoghurt essen und bekommt beim Besuch auch mal einen Keks in die Hand gedrückt. Ein gewisses Bewusstsein für Zuckerkonsum ist ja ok – beispielsweise statt der extrem zuckerhaltigen kinderleberwurst kaufe ich lieber reguläre leberwurst die nicht 4 verschiedene Zuckerarten enthält. Aber ab und zu mal einen süßen Nachtisch, ein leckeres Eis oder eine Stückchen vom Sonntagskuchen werde ich meinen Kindern bestimmt nicht verwehren. Mir ist es wichtiger, dass sie einen vernünftigen, verantwortungsvollen Umgang mit allen Lebensmitteln lernen, statt ständig irgendwelche Trends und verboten mitzumachen und dann später voll zuzuschlagen. Und sterben müssen wir sowieso irgendwann alle, egal ob wir gerne naschen oder Zucker (und andere Lebensmittel) verteufeln. Was soll also der ganze Stress?!

  7. Das Rationieren zum Gegenteil ausartet habe ich auch schon oft beobachtet. Schon bevor ich Kinder hatte, habe ich mir gedacht, dass ich das so nicht möchte. Also gibt es hier auch Süßigkeiten. Hab ich kürzlich auf meinem Blog schon mal drüber geschrieben, dass Südkram ja immer wieder von Freunden mitgebracht wird, oder von Karneval Tonnen übrig sind, oder von Weihnachten, Ostern, Kindergeburtstagen etcpp. Ich esse selbst auch zu gern Süßkram. Aber eher Gebäck und Pfannkuchen, Milchreis mit Zimt und Zucker und Co. Da stehen die Kinder natürlich auch drauf. 😀 Das ist auch ok. Nur, dass auswärts beim Einkaufen oder gar auf der Straße von Fremden Süßigkeiten an meine Kinder verteilt werden mag ich nicht. Das nervt mich richtig. Insgesamt ist es dann doch ein bisschen viel was da zusammen kommt.

  8. Ein toller Beitrag. Spricht mir aus der Seele.

  9. also wir achten nur darauf das unter normalen Umständen nach 18Uhr kein Zucker mehr auf den Tisch kommt aber nur wegen dem zur Ruhe kommen denn Zucker ist nicht nur schlecht-nein Zucker ist auch Energie.
    Wir rationieren nix, essen jeden Tag Eis und Joghurt, Senf, Brot usw. überall ist Zucker drin oder entsteht durchs Kauen.
    Genauso oft essen wir Gurke, Rote Beete und Karotten. Das große Ganze ist es.
    Verbote sind nie gut egal in welche Richtung.
    liebste Grüße
    Dani

  10. Ich kann kurz als ehemaliges nicht rationiertes Kind schreiben: Ich durfte immer so viel naschen, wie ich wollte. Wo der Süßkram war, wusste ich und es war nicht verboten. Höchstens direkt vor dem Essen. Und ja, manchmal habe ich mich mit Naschzeug so vollgefressen, dass mir schlecht war. Und dabei selbst gelernt, dass zu viel Süßes doof ist. Und manchmal habe ich die Süßigkeiten ignoriert und darum gebeten, eine Orange oder einen Apfel zu bekommen.

    Ich hatte immer und habe auch heute Idealgewicht und bin glücklich und gesund.

    Mit 15 Monaten ist der kleine Rabe noch ein wenig jung um zu sagen, was er will. Aber er bekommt auch ein Stückchen, wenn ich Schokolade esse, darf auch mal an meinem Eis lecken und wir geben ihm manchmal Keks als Nachtisch. Und selbst den isst er manchmal gar nicht – weil er keine Lust auf süß hat und dann bekommt er halt noch ein Stück Käsebrot oder eine Portion Gemüsesuppe.

  11. Ist bei uns auch so. Die Kids dürfen naschen – das funktioniert recht gut. Aber bitte nicht anstatt der Hauptmahlzeit – daran arbeiten wir noch. 😁 Und sie sich vom Süßen auch nicht angefixt, wenn sie voll sind, lassen sie auch Schoko und Torte stehen …

  12. Zucker ist eine Volksdroge, der wir leider in der westlichen Welt fast alle verfallen sind, da sich in industriellen Lebensmitteln überall Zucker versteckt. Oftmals sogar dort, wo wir ihn gar nicht vermuten. Zucker ist für eine Vielzahl an Krankheiten verantwortlich, allen voran Übergewicht und Diabetes. Mein Sohn ist drei Jahre alt und es gibt zu Hause einfach grundsätzlich keinen raffinierten Zucker. Das ist für ihn überhaupt nicht schlimm oder ein Leidthema. Unterwegs kriegt er hin und wieder im Bio-Cafe ein Eis. Zu Geburtstagen darf er auch Kuchen essen. Ich glaube schon, dass Kinder verstehen, dass es bestimmt Dinge nur in Maßen und zu besonderen Anlässen geben darf. Von kompletten Verboten halte ich nichts, aber man kann Kindern auch gesündere Alternativen anbieten (und da gibt es weitaus mehr als Obst). Wir sollten alle so aufgeklärt sein, um zu wissen, dass Zucker der Gesundheit extrem schadet. Und ich glaube fest daran, dass der Zucker-Konsum für Kinder und auch Erwachsene in den nächsten Jahrzehnten rapide sinken wird, ähnlich wie der Konsum von Zigaretten.

    • Ich hoffe, dass gerade der versteckt Zucker in gGetränken und anderen Lebensmitteln zurück geht. Bei Süßigkeiten kann man ja noch ein Auge drauf haben, aber wer schaut schon im Alltag so genau darauf, was in Wurst, Aufstrichen drauf ist? Wir nutzen z.B. für einige Gerichte zum Kochen oder im Kaffee Xylit.

    • DANKE für Deinen Beitrag und danke, dass es noch einen Mami hier gibt die es handhabt wie wir. Stimme Dir zu 100% zu und wir handhaben es ganz genauso. Mein Sohn ist 3,5 und absolut kein Zuckerjunkie der durchdreht wenn er mal Geburtstagskuchen essen darf. Er freut sich dann halt, isst seinen Kuchen und dann ist gut. Er fragt sonst nie nach, er kennt es aber halt auch nicht anders. Wir essen nix Süßes, ernähren uns gut und ausgewogen. Finde es super von Euch!

  13. Ich finde das mit den Süßigkeiten bei euch auch ok so, allerdings nur, wenn das Kind nicht auch noch Saft oder Limonade zu trinken bekommt, Nutella aufs frühstücksbrötchen und zum Abendbrot Pfannkuchen mit Marmelade ist doch alles gut! Wir schauen schon, wieviel Zucker es am Tag gab und entscheiden dann, ob noch unbedingt ein Eis gegessen werden muss oder nicht!

  14. Ich seh‘ das haargenauso wie du. Ich kenne das auch noch aus meiner eigenen Kindheit: Ich selbst durfte Süßes essen. Und ich durfte auch TV schauen. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass Freunde zu uns nur kamen, weil sie dann auch Süßes essen konnten, oder wir dann mal den Fernseher aufdrehen durften. Ich selbst war nie jemand mit Übergewicht und Fernsehsucht. Eher im Gegenteil. Ich war nur schwer von Büchern weg zu bekommen.
    In einem Forum neulich hat eine Mutter nach möglichst gesunden und zuckerfreien Kuchenrezepten für den ersten Geburtstag ihres Kindes gefragt. Öhm … das Kind hat Geburtstag! Es wird keinen Schaden an einem leckeren Stück Schokoladenkuchen nehmen.
    Meine Kinder dürfen auch naschen. Wir haben da eine Schüssel, in der sich Kleinigkeiten befinden. Da dürfen sie ran. Sie fragen auch vorher. Und wenn es nicht gerade kurz vor dem Abendessen ist, dann dürfen sie meistens auch. Sie sind dann auch sehr genügsam und nutzen es nicht einmal aus, wenn ich nicht darauf achte, wieviel sie herausnehmen. Ansonsten essen sie inzwischen auch vernünftig. Warum soll ich ihnen das nun verwehren?

  15. Ich finde es klasse, dass du diesen Beitrag genau so geschrieben hast, wie er ist. Wohl wissend, dass die zucker-austauschenden und oft missionierenden Supermamis ordentlich den Zeigefinger erheben werden. Hihi.
    Wir haben auch ein Auge drauf, aber ganz ehrlich, eine Welt ohne Zucker wäre doch traurig! Und vielleicht ist es für den Menschen besser, nicht raffinierten Zucker zu sich zu nehmen oder nur irgendeinen Austauschstoff. Aber das ist dann vielleicht für die Umwelt extrem schädlich oder schädigt irgendwen anderes auf der Welt (vielleicht nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich). Beispiel Soja: hoch allergen, also nicht besser verträglich als Milch. Soja verdrängt den Anbau anderer Kulturen. Auch hier ist wohl ein durchdachter Umgang damit sinnvoll. Es gibt nicht nur schwarz und weiß! Danke für den tollen Artikel mit dem eindeutigen Statement!

    • Danke dir 😊 Und du hast vollkommen Recht – ich kann mir eine Welt ohne Zucker auch nicht vorstellen. Soja ist gar nicht meins, daher kann ich dazu nix sagen. Aber wie bei allem denke ich wie du, dass man eben in Maßen anbauen und essen sollte.

  16. Wir haben eine Süßigkeitenschublade. Möchte meine Tochter etwas Süßes, so fragt sie, ob sie sich etwas holen darf. Dies geschieht fast täglich, aber in Maßen. Sie nimmt sich dann entweder ein paar Gummibärchen oder ein Stückchen Schokolade, manchmal auch beides 🙂 was meiner Meinung nach okay ist. Sie kann auch ein ’nein‘ akzeptieren, wenn wir z.B. schon Kuchen gegessen haben. Ich habe auch gammernde Kinder beobachtet, die nichts oder kaum Süßes von zu Hause bekommen und die sich dann mit Süßkram vollstopfen, wenn sie die Möglichkeit haben – bis sie Bauchweh haben oder ihnen schlecht ist…vorallem ist es auch unangenehm, wenn man angebettelt wird… da finde ich ein geregeltes Essen in Maßen doch besser 🙂

  17. Ich muss ehrlich sagen, dass ich es sehr erschreckend finde, wie sorglos mit dem Thema Zucker umgegangen wird. Mein Großer ist 3,5 und hat bis er 2,5 war nie Zucker gegessen, nix Süßes, kein Eis, kein Ketchup. Und es ist total leicht gewesen da man ja nach nix fragt was man nicht kennt. Dabei haben wir nie etwas verboten, wir haben es ihm lediglich nicht gegeben und natürlich selbst kein Zucker gegessen. Man muss den Kleinen das schon vorleben. Bei uns geht es toll, ich kann in den Supermarkt gehen ohne dass mein Kind schreit was er alles unbedingt an Süßkram haben möchte. Er schreit nacht Pfirsichen, Erdbeeren und Melone. Als er dann mit 2,5 fragte, ob er mal Kuchen essen dürfe da auf den Kinderpartys im KiGa welchen gibt, durfte er. Bei Geburtstagen darf er Kuchen essen. Und während alle Kinder, die täglich oder regelmäßig Kuchen essen, sich wie blöde bei den Geburtstagen damit vollstopfen, ist meiner ganz selig mit einem Stück. Es wird sonst nie gefragt, ob er Kuchen dürfe. Und wir sagen auch nie nein. Wenn er bei Freunden ist und es dort mal einen Keks gibt, darf er. Aber er ißt diesen eigentlich nie auf. Wenn er nach etwas in Zukunft fragt wie Eis, Schokolade etc, werde ich nix verbieten, aber zu Hause wird es das erstmal nicht geben da wir 1 Baby haben und noch eins wollen. Auch diese Kinder sollen solange es geht ohne Zucker aufwachsen. Zucker ist schlecht und ich kann es wirklich null nachvollziehen, dass man seinen Kindern antrainiert Zucker zu essen. Unter einem Jahr Kekse? Warum? Fragen die Kinder danach? Nein, Eltern geben ihren Kindern schlechte Lebensmittel und denken sie sind die besseren Eltern weil sie nicht so streng und spießig sind? Und sagen, dass es dummes Muttergehabe ist, seine Kinder von Zucker fern zu halten? Ja, wenn Kinder 5,6 oder 7 sind, dann können sie gerne in Maßen Süßigkeiten bekommen, aber doch nicht schon als Baby, in der Kita oder Kiga. Und wenn man mich für spießig hält (eine auf Facebook will am liebsten keine Party mit mir feiern, aha,), dann bitte, Ich achte sehr sehr genau auf die Ernährung meiner Kinder ohne Verbote auszusprechen. Den ersten Geburtstagskuchen gab es mit 3, den hat er sich so sehr gewünscht und bekommen. (Mit ganz wenig Zucker und viel Banane). Es gibt übrigens auch tolle Rezepte ganz ohne Zucker die wir backen.

    Ich kann nur allen Müttern und Vätern empfehlen, auf Zucker zu verzichten solange es geht. Ich züchte auf jeden Fall keinen Zuckerjunkie heran;)

    • Helen, vielen Dank für deine Ansichten. Auch wenn sie sehr weit von meinen entfernt sind.

      Weisst du, wenn man als Eltern selbst keinen Zucker mag, dann kann ich das auch nachvollziehen. Aber ich möchte ja selbst nicht auf Süßes verzichten. Und mal ehrlich gesagt: In Obst ist auch Zucker – Fruchtzucker. Obstorten wie Bananen und Äpfel ist beispielsweise sehr reich an Fruchtzucker. Und der kann in Mengen ab 80 g/ Tag genau so schädlich für den Körper sein wie Haushaltszucker. Bedenkst du das auch bei deiner Ernährung?

      Und warum sollten Kinder denn erst ab 7 Zucker essen dürfen? Warum diese willkürliche Altersgrenze? Versteh ich nicht. Klar, dass man einem Säugling keine Torte aufdrückt, aber sobald ein Kind 100% am Tisch mitisst, sehe ich keine Bedenken, solange Zucker in Maßen gegessen wird. Gerade beim 2. Kind ist es schwer einen Keks oder ein Gummibärchen abzuschlagen, wenn das große Geschwister das vorisst. Und ich find´s auch nicht schlimm.

      Naja – leben und leben lassen. Ich sehe das Thema vollkommen entspannt, greife aber hin und wieder auch zu Zuckerersatzstofen wie Xylit (zum Backen). Ich essen Schokolade wenn ich Lust drauf habe – mal wochenlang nichts und dann wieder täglich. Wenn sich jemand vollkommen zuckerfrei ernähren kann – Hut ab. Für mich wäre es aber nichts.

      • zuerst: ich habe keine altersgrenze, 5,6 oder 7 waren ideen. und für regelmäßigen zuckerkonsum ist das in meinen augen noch früh genug. mein ansatz ist: wenn mein kind anfängt, nach süßem zu fragen, darf er es auch haben. er fragte nach geburtstagskuchen, klar. da wurde er drei. er fragte nach eis? ja kriegt er. alles andere kennt er halt eh nicht, wenn er es kennen lernt und möchte, wird er es von mir auch kriegen. ich werde keine verbote aussprechen. ABER nicht zu hause. ich möchte alle weiteren kinder eben auch zuckerfrei aufwachsen lassrn bis zu einem gewissen alter. und süsses soll bei uns etwas besonderes bleiben, dass man eben nur ab und zu kriegt. ich brauche selbst kein süsskram, habe früher täglich nutella gegessen und damit aufgehört, als ich kinder gekriegt habe. früchte gibt es bei uns. ich setze fruchtzucker nicht auf eine stufe mit industriezucker. klar gibt es äpfel und bananen. mein sohn kreischt vor freude, wenn er im supermarkt erdbeeren oder pfirsiche sieht. wir lieben essen und kochen und sind total positiv mit dem thema. wir sind auch nicht fanatisch oder vegan. wir essen auch sogar bei mcdo:) aber dann mit wasser und ohne ketchup und soßen. jetzt schreien die mcdo-gegner auf:)))

        ich hatte auch nie einen wirklichen anti-zucker-plan. ein jahr hatte ich mir als ziel gesetzt. aber es war so einfach und entspannt ohne zucker, dass wir es einfach weiter machen. solange es sich eben richtig anfühlt.

        • Liebe Helen, danke dass du das nochmal klar stellst. Jetzt hört sich das irgendwie viel sympathischer an 😉 wenn ihr alle damit gut klar kommt, finde ich das echt ok. Du lebst das ja deinen Kindern vor. Mir würde es nur komisch vorkommen, wenn ich heimlich abends Schoko essen und meinen Kindern erzähle, das sei ungesund – das wäre total inkonsequent. Von daher wäre dein Weg leider nichts für uns. Auch wenn ich deinen Ansatz sehr gut finde.

          So lange es sich richtig anfühlt – finde ich einen sehr schönen Satz, der echt für alle Erziehungsdinge passt <3

  18. Puh,das ist jetzt mal meine Premiere.Hab noch nie etwas im Internet kommentiert,aber diesen Artikel und die Debatte um den fiesen,ekligen,ungesunden,grauenvollen,verflixt leckeren,klebrig süßen Zucker!
    Also,ich selbst habe zwei Kinder und ich muss sagen,dass ich sehr auf eine ausgewogene!!Ernährung achte!Ich habe für beide Kinder immer selber gekocht,beide haben noch nicht ein einziges Gläschen gegessen und auch jetzt wo sie größer sind koche ich stets frisch und nutze nie irgendwelche Tütchen oder Fertiggerichte weil ich kein Freund von Gechmacksverstärkern und vorgegaukelten Aromen bin.Meine Kinder sind fast immer bei mir wenn ich koche,sitzen meistens sogar auf der Arbeitsplatte.Ich lasse sie an allem riechen,probieren und wo sie helfen können lasse ich sie.Beide sind gute Esser und vor allem essen sie gerne und genießen.Sie probieren fast alles und was sie nicht mögen brauchen sie auch nicht essen.Ich biete es immer mal wieder an und habe nach ca zwei Jahren sogar ziemlich gut versteckte Paprikavorlieben bei meinem Sohn entdeckt(Puh,was fand er sie vorher immer eklig)
    So,jetzt ist Zeit für das AAAAAABER!!!
    Ausgewogen heißt bei uns nunmal ausgewogen,von allem etwas.Bei uns gibt es Süß und wenn man möchte immer Marmelade oder Schoko aufs Brot!Steht auch eigentlich zu jeder Brotzeit auf dem Tisch.Aber besondere vorlieben hat da keins meiner Kinder für.Sie dürfen auch jeden Tag süßes aber halt auch nicht vor den Mahlzeiten und vielleicht nicht morgens früh.
    Beide Mäuse sind topfit und in keinster Weise übergewichtig!
    Für mich gibt es ein paar entscheidende Dinge:
    Die Zähne werde immer ordentlich geputzt,ob man Lust hat oder nicht
    Lieber offensichtlicher Zucker(eben süßes)als versteckter Zucker(wir machen unser Müsli selber mit der Flockenquetsche und essen nur Vollwertbrote aus dunklem Mehl)Fruchtquark machen wir meistens selber statt fertigen zu kaufen
    Ich finde,dass man mit einem offenen,normalen Umgang mit Lebensmitteln(auch Süßigkeiten)gut fährt.Und genauso wie ich keinen Wind um süßigkeiten mache,mache ich auch keinen um Gemüse(ich sag auch nicht zu jeder Gabel Spinat wie uuuuunfassbar gesund und wichtig er fürs Leben ist)
    Und meine Kinder lieben Spinat!!!
    Ganz am Ende stell ich mir einfach immer die Frage,ob eine fettige,speckige Scheibe Schinkenwurst oder Käse(auch wenn wir beides auch sehr gerne essen)so viel gesünder sein soll als ein gutes Brot mit Butter und ein bisschen Marmelade(meistens sogar selbstgekocht mit fleißiger Hilfe meiner Kinder)?!?!?
    Sollten wir nicht die Freude am Essen und an Lebensmitteln förden statt alles mit gut und schlecht zu bewerten?

    • Liebe Zweizwergenmama, danke danke für dein Kommentar. Ich finde deine Einstellung super. Genau das ist es – den Kindern Freude am Essen vermitteln. Du glaubst gar nicht, wie wichtig ich genau das finde.

      Abgesehen von der Süßigkeiten Diskussion gehört für mich dazu, die Kinder zu nichts zu zwingen. Bei uns gilt immer: Probieren und dann entscheiden, ob man es mag oder nicht. Es muss nicht aufgegessen werden, aber dann gibt es auch nichts anderes. Obst ist immer erlaubt.

      Leider koche ich selbst nicht mehr so viel, da die Kinder in der Kita essen. Ansonsten kann ich alles von dir unterschreiben. Du solltest öfter im Internet kommentieren 😀

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