Erziehungszeiten und die Rente – Tipps zur Kontoklärung

Ich weiß, das Thema Rente ist nun wirklich unsexy. Vor allem, wenn man als Eltern gerade mitten drin ist, der nachfolgende Generation den Popo abzuputzen, die lieben Kleinen täglich hin und her zu kutschieren und mit beiden Beinen mitten im Kinderchaos zu versinken. Aber ja, lasst uns über die Rente sprechen. Ich staunte nämlich im Spätsommer nicht schlecht, als mir ein Brief von meinem Riesterversicherer ins Haus flatterte, der besagte, dass man mir meine Kinderzulagen nicht anrechnen könne. Uff.

Denn – hört hört – 2015 hätte ich ja nicht in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Und daher könne man mir die Zulage von rund 600,- Euro für zwei Kinder auch nicht anrechnen. Ich solle unbedingt mit der Deutschen Rentenversicherung sprechen, Anfang 2019 wolle man dann nochmal prüfen, ob die Zulage gezahlt werden kann.

Ich war erstmal baff – ein kleiner Anflug von Panik machte sich bei mir breit. Jetzt könnten mir wegen dieses Versäumnisses wertvolle Zulagen flöten gehen. Denn ich dachte immer, dass meine Elternzeit automatisch vom Arbeitgeber an die Deutsche Rentenversicherung übermittelt wird.

Aber nein, das passiert nicht. Wir leben zwar im digitalen Zeitalter, aber…nope. Da muss man schon ein paar Formulare für ausfüllen, damit die Deutsche Rentenversicherung mitbekommt, dass man nicht einfach nur faul auf der Couch abhängt und Kaffee trinkt, sondern seinen drei Jahren Kindererziehungszeit nachgeht OHNE dabei halbtags zu arbeiten.

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Mit Kontoklärung mehr Rente bekommen

 

Ich rief also in Gera bei der Hotline der Deutschen Rentenversicherung an. Eine freundliche Mitarbeiterin erklärte mir meine Lücke in der Renten-Einzahlung und sagte, dass ich zum Glück so rechtzeitig anrufe. Ich müsse nur ein paar Formulare ausfüllen (hahaha – ein paar), um mein Konto zu klären. Das ist auch super wichtig – nicht nur für meine Riester-Zulage, sondern auch, um auch die Erziehungszeiten auf meine Rente angerechnet zu bekommen. Ein monatlicher Betrag, der meine Rente aus meinen gesetzlichen Beiträgen später aufpeppen wird.

Alle Erziehungszeiten außerhalb des Elterngeldes werden also NICHT automatisch erfasst. Genauso wenig wie einige Ausbildungs- und Studienzeiten. Schluck. Studiert hatte ich nach meiner Berufsausbildung, war aber immer als Werkstudent in verschiedenen Unternehmen beschäftigt gewesen. Für die Rentenversicherung war ich all die Jahre nur ein Geringverdiener gewesen. Wäääh! Von meinem Vollzeit-Studium hatte man hier so gar nix mitbekommen.

Erziehungszeiten – es kann nur einen geben

 

Also ließ ich mir eine Übersicht meines Rentenkontos mit all den Lücken in den Einzahlungszeiten zuschicken. Sowie die Formulare für Kindererziehungs- und Studienzeiten.

Für die Erziehungszeiten braucht man zum Glück als Beleg nur eine Geburtsurkunde. Und die Unterschriften des Vaters – denn er muss bestätigen, dass der andere Elternteil die Kinder hauptsächlich erzogen hat und somit auch die Erziehungszeiten voll angerechnet bekommt.

Dieser Punkt fiel mir etwas schwer. Denn nicht nur ich habe meine Arbeitszeiten heruntergeschraubt, seitdem wir Kindern haben. Mit 50% zwar weitaus mehr als der Mann. Aber naja, irgendwie finde ich das System hier nicht so zeitgemäß. Was wäre denn, wenn wir beide gleich viel arbeiten würden und zu gleichen Teilen für die Kinder da wären? Und wie machen das getrennt lebende Paare mit geteiltem Sorgerecht (das auch wirklich so ausgelebt wird)?

Kontoklärung von Studienzeiten

 

Bei den Ausbildungs- und Studienzeiten sah die Sache dann schon anders aus. Hier braucht man für ALLES Belege und zwar für den Ein- und Austritt. Die, die nichts wegwerfen und ihre Dokumente ordentlich abheften, dürfen sich im Alter glücklich schätzen. Echt! Ich musste mir dafür eine Immatrikulationsbescheinigung neu ausstellen lassen, da ich nur noch mein Diplom hatte. Und auf dem steht nur drauf, wann ich abgeschlossen habe. Möp!

Ich bin war wahnsinnig froh, dass ich diesen Papierberg jetzt bewältigte und nicht erst Mitte 60. Denn nachträglich – mit einem zweiten Brief – musste ich auch noch angeben, wie viele Stunden ich NEBEN dem Studium gearbeitet habe. Waaah! Ich wusste nur, dass es bis auf Semesterferien nie mehr als 15 oder 20 Stunden waren, aber puuuh. Das war echt ein harter Brocken.

Was man hat, das hat man

 

Daher empfehle ich euch:

  • Sammelt die Belege wie Zeugnisse, Diplome und Co. für eure Ausbildungszeiten
  • Klärt euer gesetzliches Rentenkonto frühzeitig
  • Gebt am besten noch in der Elternzeit eure Erziehungszeiten an
  • Ruft bei der Deutschen Rentenversicherung an und lasst euch die alles erklären und die Unterlagen zusenden

Hier findet ihr weitere Infos zur Erziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung:

Nein, das ist kein beauftragter Artikel, sondern einfach ein Service von mir für euch mit meinen Erfahrungen. Damit ihr jetzt an eure Kontoklärung denkt, Kinder- und Ausbildungszeiten checkt und später einfach alles rausholen könnt, was es an Rente zu bekommen gibt. Es wird sowieso zu wenig sein, obwohl wir Eltern quasi doppelt in die Rente einzahlen. Mit unseren geringeren Beiträgen und unseren Kindern, die die nächste Generation finanzieren.

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