
Der siebzehnjährige Seb ist einer dieser unglücklichen Teenager unserer Zeit. Weil er immer von allen gemocht werden möchte, traut er sich oft nicht, seine Meinung zu sagen. Auch ein Coming-out hat er daher noch nicht geschafft. Als er Teil eines experimentellen Mental-Health-Programms wird, sehen vor allem seine Eltern für ihn eine Chance, endlich mal zu zeigen, was in ihm steckt. Doch bereits bei der Ankunft hat Seb ein mulmiges Gefühl, das mit jeder Aufgabe und mit jeder Challenge zunimmt. Zusammen mit dem rebellische Finn versucht er mehr über das Experiment herauszufinden – und stößt auf eine Verschwörung, die für alle tödlich enden könnte. „Happy Head“ ist der erste Band der Near Future Fiction-Dilogie von Josh Silver, die erschreckend realistisch ist.
Darum geht´s in Happy Head
Hiermit möchten wir dich davon in Kenntnis setzen, dass du für die Pilotrunde von HappyHead ausgewählt wurdest. Die Anwesenheit ist verpflichtend.
Als Seb ein Platz in einem experimentellen Mental-Health-Programm angeboten wird, das die nationale Krise der unglücklichen Teenager lösen soll, ist er entschlossen, diese Chance zu nutzen. Doch als er sich zu dem rätselhaften Finn hingezogen fühlt, beginnt Seb, die Herausforderungen, denen sie sich im Camp stellen müssen, zu hinterfragen. Gemeinsam versuchen sie, mehr über HappyHead herauszufinden und je mehr sie wissen, umso klarer wird, dass es vielleicht kein Entkommen gibt …
Band 2 „Dead Happy“ erscheint im Herbst 2026.

Mental-Health-Camp mit Gehirnwäsche und gefährlichen Challenges
Zusammen mit Seb landen wir bei HappyHead, einem Gesundheitsprogramm für Jugendliche, die zu nachhaltig glücklichen Erwachsenen werden sollen. Shiny Happy People eben. Doch gleich zu Beginn stellt sich das Gefühl ein, dass an der Sache irgendwas faul sein muss. Warum gibt es einen elektrischen unüberwindbaren Zaun rund um das Areal des Instituts? Und warum bekommen alle, die bei den Aufgaben gut abschneiden, niedrigere Zimmernummern als andere? Die Geschichte entwickelt sich dabei sehr dynamisch und baut durch mysteriöse Vorkommnisse eine wahnsinnige Spannung auf. Seite für Seite erfahren wir mehr über HappyHead, über die Teilnehmenden und die Personen hinter dem Experiment.
Da die Geschichte aus der Sicht von Seb geschrieben wird, erhalten wir viele Einblicke in seine Gefühlswelt und seine Unsicherheiten. Und zack: Schon hatte er sich dieser mega nette Junge dann auch in mein Herz geschlichen. Denn wie furchtbar unglücklich muss man zwangsläufig sein, wenn man sein ICH Tag für Tag verleugnet? Wie ein People Pleaser aus dem Lehrbuch hat Seb aus Angst vor Zurückweisung und Nicht-gemocht-werden nämlich noch niemandem gesagt, dass er schwul ist. Und auch im Institut schafft er es, dieses Thema zu umschiffen – auch wenn ihn Finns Gletscheraugen ganz schön aufwühlen – und sich zu verstellen. Der schreckliche und schneckenschleimige Kuss mit einem Mädchen konnte ich sehr gut nachempfinden und hat die innere Zerreißprobe Sebs perfekt dargestellt.
Vielschichtige Charaktere mit Geheimnissen
Aber auch die anderen Figuren kommen mit einigen Stärken, Schwächen und Geheimnissen daher, die nach und nach aufgedeckt werden. Finn, der „wie ein cooler Vampir aussieht“ und schnell durchschaut hat, dass hinter HappyHead ein bizarres, beängstigendes Experiment steckt. Auch die Kandidatin Eleanor, der Aufseher Mark und die Institutsleiterin Dr. Stone sind allesamt vielschichtig und sorgen für die ein oder andere unerwartete Wendung. Jeder von ihnen trägt ein Stück zum Gesamtpuzzle bei – und nicht immer ist klar, wem man trauen kann und wem nicht.
Mich hat „Happy Head“ jedenfalls umgehauen und an manchen Stellen fassungslos zurückgelassen – vor allem das „Pärchenprogramm“ war absolut verstörend! Doch inmitten dieser dystopischen Horrorgeschichte gibt es auch zarte Momente: Die queere Liebesgeschichte im Hintergrund zwischen Seb und Finn hat dabei mein Herz zum Hüpfen gebracht. Sie wirkt wie ein Lichtblick in dieser finsteren Welt. Insgesamt ein unglaublich fesselnder und leicht dystopischer Jugendthriller mit starken Protagonisten und einer Thematik rund um Glück, Wohlbefinden und Authentizität, die einen zum Nachdenken bringt. Josh Silver hat einen Page-Turner geschaffen, der unter die Haut geht und Fragen aufwirft: Was ist echtes Glück? Und wie weit würde die Gesellschaft gehen, um es zu erzwingen?

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Happy Head *Affiliate-Link
- Autor: Josh Silver
- Übersetzerinnen: Jessica Komina, Sandra Knuffinke
- Seiten: 416
- Verlag: Magellan Verlag
- ISBN-13: 978-3734850950
- Altersempfehlung: ab 14 Jahren
- Preis: 22,- €
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