(K)Eine Liebe ohne Kinder

Elternschaft ist so ultra anstrengend. Allein die Sache mit dem Schlafen. Dauernd wird man nachts geweckt. Man teilt das Ehebett mit kleinen Menschen, die auch noch furchtbar viel Platz brauchen. Und nie niemals kann man ausschlafen.

An Ausgehen oder lange Partyabende gar nicht zu denken. Auf der Couch gammeln, im Fernsehen schauen was man will oder einfach mal nichts machen? Nein. Man MUSS funktionieren, egal ob man nun Kopfschmerzen oder Fieber hat. Sind die Kinder selbst krank, wird man zur besorgten Krankenschwester, reicht Tempos und Medikamente und hält im Wartezimmer des Kinderarztes feuchtheiße Kinderhände.

Bei Magen-Darm darf man dann noch mehrmals täglich Sauereien wegwischen. Und überhaupt: Permanent wird man mit Ausscheidungen aller Art konfrontiert. Schnodder, Milchspuck und volle Windeln sind da noch die harmlosesten Dinge. Das härtet ab.

Und was ist mit Pärchenzeit? Oder romantischem Essen? Möööp – auch hier Fehlanzeige. Im Restaurant wird Leckeres schnell runter geschlungen, während einer die Kinder bespaßt. Denn die sind eh immer früher fertig und wollen aufstehen. Zeit für sich bleibt auch kaum. Ein Traum ist eine kurze Session auf dem Klo. Ohne Publikum.

Gerade wenn´s mal schwierig läuft, denkt man darüber nach, was man alles tun könnte, wenn man sie nicht hätte. Die Kinder, die unsere Freizeit so wahnsinnig unplanbar machen. Aber ganz ehrlich – wie würde dann der Alltag aussehen? Worauf würden wir uns nach einem Arbeitstag freuen? Was würden wir am Wochenende unternehmen, während all unsere Freunde die Zeit mit ihren Kindern verbringen?

eltern
E wie Eltern oder Elend?

Der 80. Besuch in Folge im Wellnesstempel wäre doch irgendwie öde. Und mit um die 40 im angesagtesten Club der Stadt durchtanzen – zwischen all den 18-Jährigen – recht seltsam. Auf der Couch sitzen, Essen gehen und spazieren – tja, was hätten wir uns groß nach 13 Jahren Paarsein zu erzählen?

Ja, wir haben Kinder und es ist echt jeden Tag eine neue Herausfoderung. Aber wir haben uns, stehen die schlechten Tage zusammen durch. Freuen uns an den kleinen Dingen im Leben wie eine durchgeschlafene Nacht, ein harmonischer sonniger Tag, dem Lachen unserer Kinder oder an der Natur. Und vor allem an unserer Gesundheit.

Und wenn wir nach einem anstrengenden Tag voller Geschrei und Gequengel in die entspannten und zufriedenen Gesichter unserer schlafenden Kinder blicken, dann erfüllt uns das vollkommen. Nämlich mit dem angenehmen Gefühl der Ruhe, während unsere Herzen vor Liebe überquellen.

Es lohnt sich. Auch wenn diese Momente scheinbar nur ein Wimpernschlag in unserem Alltag sind.

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6 Gedanken zu “(K)Eine Liebe ohne Kinder

  1. Es wird ja besser. Vertrau mir. Ich hab schon zwei große Kinder und Nummer 3 ist jetzt 5. Das ist schon fast wie Urlaub… 😉

    Ok, lange Nächte sind nicht drin aber beim Essen gehen ist es schon weitaus besser geworden 😀

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  2. MonBonMot

    so als Nicht-Mutti machen mir solche (hoffentlich ironische) Sätze wie „tja, was hätten wir uns groß nach 13 Jahren Paarsein zu erzählen?“ doch ein wenig Angst.

    Je häufiger ich Elternblogs lese, desto eher wird mein leicht aufkommender Kinderwunsch im Keim erstickt. Natürlich muss es schön sein, einen kleinen Mensch zu sehen und zu denken „Hei cool, das habe ich gemacht“, aber meistens wird über viele Wehwehchen des Elterseins gejammert.

    Nichtdestotrotz großes Lob an Dich, Dein Blog gefällt mir sehr 🙂

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    1. Oh nein – bitte nicht den Kinderwunsch vergrätzen lassen. Es gibt auch so viele schöne Momente. Wenn es die nicht gäbe, würden ja nicht viele noch ein zweites, drittes, viertes Kind bekommen wollen 😉 Ja, man meckert viel, so sind wir Jammer-Mamas. Aber ehrlich – ich muss auch so oft lachen.

      Aber es freut mich, dass dir mein Blog gefällt 😀

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