An was sich ein Kleinkind erinnert

„Bin auf die Rolltreppe gefallt. Hab nicht gehört. Mama hat Stopp geruft. Dann war ich im Krankenhaus. Daaaaaa war ein Aua.“ Der Rabauke tippt auf die Narbe am Kinn, während sich seine Worte beim Sprechen überschlagen. Diese Rolltreppengeschichte. Sie poppt fast täglich auf. Er wird sie wohl noch erzählen, wenn er in 30 Jahren mit seinen Kumpeln zusammensitzt.

Mittlerweile kennt diese Geschichte wirklich jeder, der den Rabauken kennt. Die Erzieherinnen im Kindergarten, die Damen an der Wursttheke, unsere Nachbarn, Menschen mit denen ich telefoniere und denen der Rabauko „Hallo“ sagen will sowie sämtliche Kassiererinnen unseres Supermarkts. Jeder. Er platzt damit einfach heraus, stammelt halb unverständlich. Aber es scheint ihm sehr wichtig zu sein. Weiterlesen „An was sich ein Kleinkind erinnert“

Der Nein-Sager – Hello Autonomiephase

Seit einigen Tagen komme ich mir vor wie im falschen Film. Ich scheine so gar nichts richtig zu machen. Jedenfalls wenn man den Rabauken fragen würde. Dessen Lieblingswort ist seit kurzem „NEIN“! Und zwar diese motzelige „Nein“, in dem Wut und Tränen mitschwingen, wie es nur Kinder zwischen 2 und 4 Jahren beherrschen. „NEIIIIN“. Motzeldimotz. Herzlichen Glückwunsch. Das Kind ist mit knapp 2,5 Jahren in der Autonomiephase.

Bei HerrSjardinski war das immer ein Auf und Ab – eine Welle von Trotz-Phasen, die relativ heftig, aber in sich immer kurz waren. Bis irgendwann der Spuk vorbei war. Mit dem Rabauken sind wir jetzt erst am Anfang. Ich schwanke zwischen Lachen und Verzweiflung. Denn jeder Dialog ist gespickt mit „NEINS“.

Machen wir n Trinkspiel draus

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Vorsicht – kleiner Würger

Der Rabaukowitsch hat seinen Namen nicht von ungefährt. Als Captain Chaos randaliert er durch die Wohnung und zerstört alles, was ihm so in die kleinen Fingerchen kommt. Bücher werden zerrissen, Spielzeug wird herumgeschmissen, Trinkbecher ausgeleert und Handtücher im Klo versenkt. Alles Dinge, die der feine Herr nie niemals gemacht hat. Vielleicht hatte der Herr einfach anderes im Sinn. Vielleicht bekam er auch einfach etwas mehr Mamabespaßung. Oder vielleicht entsprach das mutwillige Zerstören einfach nicht seinem Naturell. Wer weiß, er ist schließlich ein feiner Herr.

 

Der Rabauke ist eher ein Punk. Einer, der sich nicht an Regeln hält. Einer, der an Weihnachten Sektgläser heimlich leer trinkt. Einer, den man keine drei Minuten unbeobachtet lassen kann. Sex, Drugs and Rock n Roll. Hooray! Ja, vielleicht wird er mal wirklich ein Punk, mit Nieten, Tattoos und einem grün gefärbten Iro. Und treffenderweise bilden seine Namensinitialien das Wort ALK.

Aber all das ist nicht wirklich schlimm. Schließlich wäre der Iromann auf einen Punk-Sohn mächtig stolz – auch wenn er sich Alki nennen sollte. Schlimm ist eher die Sachen mit dem Würgen. Weiterlesen „Vorsicht – kleiner Würger“

10 Tipps für Kleinkinder mit schwierigen Eltern

Huch – aus dem Baby ist ja ein waschechtes Kleinkind geworden. Wie aufregend! Die ersten Schritte, verbotene Schubladen und Zimmer – es gibt viel zu entdecken. Also husch husch auf Erkundungstour! Mama und Papa wollen ja schließlich was zu tun haben. Wie ihr die richtig auf Trab haltet, hab ich euch mal zusammengestellt.

1. Klobesuch
Ja, ja, die Eltern sagen immer „das Klo sei nur für Pipi und Kacka“. Pffff – Pustekuchen. In den Stuhl mit der lustigen Wasserpfütze kann man doch prima Knete, Waschlappen oder Spielzeug versenken. Und natürlich wieder rausangeln. Das platscht nicht nur schön, Mama und Papa bringt dieser Move zum Flitzen und Quietschen. Huch, ist das braune Ding da Schokolade? Und warum schreien jetzt alle?

herrsjardinski2012
HerrSjardinski 2012. Foto: lieblingsbilder

2. Licht
Klick klack, an aus – so ein Lichtschalter ist schon ein sagenhaft interessantes Ding. Das blinkt so schön – die Disco für Kleinkinder sozusagen. Ich versteh gar nicht, warum Mama und Papa bei dem Strobolicht, das ich da auffahre, nicht tanzen wollen.

3. Mr DJ
Noch besser als der Lichtschalter ist ja dieses Hammerteil, was so lustige bunte Bildchen mit Ton macht. Und die vielen Knöpfe – herrlich. Gleicht darunter ist so ein riesen Knopf, den man drehen kann. Damit kann ich den Sound so richtig schön aufdrehen. Nennt mich doch einfach Mr DJ, anstatt dauernd „Nein, nein“ zu schreien. Versteh ich meistens sowieso nicht – is ja so laut! Weiterlesen „10 Tipps für Kleinkinder mit schwierigen Eltern“

Zorngickel, der – Lexikon der Kinder

Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Zorngickel!

Zorngickel, der [lat. Zornus Gicklius], auch umgangssprachlich Kleinkind genannt. Der Zorngickel ist ein Metamorphose-Zustand des Menschen zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr. Weitere Lebensabschnitte des Menschen sind Säugling (0-1), Trotzkopf (3-6), Schlauberger (6-12) und Pubertier (12-18).

Der Zorngickel ist weltweit verbreitet und meist in Familienverbänden zu finden, lebt jedoch vorwiegend einzelgängerisch. Das possierliche Tierchen verbringt den Großteil seiner Zeit auf dem Fußboden, denn es kann sich oft noch nicht gut auf zwei Beinen fortbewegen. Außerdem fühlt es sich besonders im selbst verursachten Chaos wohl. Dazu räumt es alle erreichbaren Gegenstände aus dem Familienbau aus und verteilt sie auf dem Boden. Wird der Zorngickel bei seiner täglichen Räumerei behindert (z.B. durch NEIN-sagen, Gegenstand-Wegnahme), wirft er sich zu den Gegenständen auf den Boden, schreit und / oder weint. Diese Signal-Laute sollen vor allem das Muttertier animieren, den Zorngickel in Ruhe zu lassen und / oder dem begehrten Gegenstand zurück zu geben.Essverhalten Weiterlesen „Zorngickel, der – Lexikon der Kinder“

Geburtstag und Scherbenregen

Scherben bringen Glück? Bringen viele Scherben dann auch viel Glück? Ich hoffe schon, denn der erste Geburtstag von MisterWin stand im Zeichen der Scherbe. Und zwar Scherben aller Art. Vielleicht liegt es daran, dass wir wohl alle ziemlich tollpatschig sind. Wenn sich der Iromann nicht jeden Tag den kleinen nutzlosen Zeh andengelt – oder wahlweise das Schienbein – ist er jedenfalls nicht glücklich. Und wenn ich nicht einmal im Jahr das Auto anschrappe, ja, dann stimm auch hier was nicht.

Der Kuchen wollte übrigens auch nicht so gelingen.
Der Kuchen wollte übrigens auch nicht so gelingen.

Schon einen Tag vor dem Geburtstag haben der Iromann und ich scherbenmäßig kräftig Vorarbeit geleistet. Mir ging ein überaus geliebter Teller mit blauem Rand zu Bruch, als ich schwungvoll die Kühlschranktür öffnete. Holla, der hatte es samt Apfelpfannkuchen-Reste ziemlich eilig, da wieder rauszukommen. Und der Iromann zerdepperte gleich zwei Gläser. Wie auch immer – wenn Mama und Papa so überaus clumsy sind, warum sollten es die Kinder nicht auch sein?

Zum Kaffekränzchen hatten wir die Großeltern, die Urgroßoma, Patentante nebst Kindern sowie einen Freund von HerrnSjardinski geladen. Bei fünf Kindern dreimal Scherbenregen ist dann wohl ne ziemlich gute Quote. Jedenfalls bei solch ungeeignetem Spielzeug. Drei Lektionen habe ich an diesem Tag gelernt:

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